10. Juni 2009

Kopenhagener Klima-Abkommen

Über sechs Monate lang arbeiteten führende NGOs an einem Entwurf für die Nachfolge des Kyoto-Protokolls. Am Montag wurde das Ergebnis, das 140-seitige “Kopenhagener Klima-Abkommen“, anlässlich der offiziellen Verhandlungsrunde der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) in Bonn der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Vorschlag mit dem Titel “Copenhagen Climate Treaty”, der an alle Vertreter der 192 Staaten verteilt wird, die im Dezember in Kopenhagen verhandeln, enthält nach Angaben der Verbände ”ein voll ausgearbeitetes Kopenhagen-Protokoll, in dem alle notwendigen Elemente für ein faires und ambitioniertes Abkommen enthalten sind”. Der Entwurf fordert den Abschluss eines neuen Klimaschutz-Protokolls mit drei wesentlichen Bestandteilen:

  • Eine Ergänzung des Kyoto-Protokolls mit deutlich höheren Anforderungen an die Reduktionsziele der Industriestaaten während der zweiten Verpflichtungsperiode.
  • Einen Vorschlag für ein Nachfolge-Abkommen mit zahlreichen Vorschlägen für den Eintritt in eine CO2-freie bzw. CO2-arme Gesellschaft. Diese Vorschläge schließen neue Einrichtungen im Klimaschutz (Copenhagen Climate Facility) und einen Sonderfonds mit einem jährlichem Budget von EUR 115 Mrd. ein.
  • Übergangsregelungen für eine beschleunigte Umsetzung des neuen Protokolls möglichst schon vor dem Jahr 2013.

Das “Kopenhagener Klima-Abkommen” wurde von der David Suzuki StiftungGermanwatch e.V.Greenpeace International, IndyACT, dem National Ecological Centre of Ukraine, dem WWF International und anderen Klimaexperten erstellt. Er liegt in drei verschiedenen Ausführungsdichten vor, als Zusammenfassung (12 Seiten), im Volltext (61 Seiten) und auch in einer juristisch perfekt ausgearbeiten juristischen Version (“Full Legal Text”, 80 Seiten), der – worauf das ClimateBlog hinweist – die Delegierten der 15. UN-Klimakonferenz im Dezember möglichst zum Abschreiben animieren soll. Alle drei Dokumente sind hier bei Germanwatch zum Download verfügbar.

Am Rande erwähnt: Zwei der drei Dokumente tragen den Vermerk, dass sie von Rainer Litty (WWF) produziert und von unserem Kunden medialogik in Karlsruhe hergestellt wurden – auf FSC-Papier und natürlich auch klimaneutral.