11. Juni 2009

Eine bequeme Unwahrheit

Wie sehr die Wahrheit entstellt werden kann, illustriert der Klima-Lügendetektor in seinem sehr lesenswerten Beitrag über eine Pressemitteilung des Gesamtverbands Steinkohle (GVSt), dem Brontosaurus der deutschen Energiewirtschaft. Die Mitteilung des GVSt vom 26. Mai 2009 trägt den Titel:

Kohle ist “nachhaltig” – Ergebnisse des europäischen Forschungsprojekts NEEDS

Offen bleibt, warum das Adjektiv “nachhaltig” in Anführungszeichen steht, denn um ein Zitat aus dem Forschungsprojekt NEEDS, auf die sich GVSt bezieht, handelt es sich durchaus nicht. Der Begriff “nachhaltig” kommt in der Abschlusspräsentation zum Forschungsprojekt NEEDS nicht ein einziges Mal vor.

Auch ansonsten haben die Ergebnisse des Forschungsprojekts NEEDS  nur wenig bis nichts mit dem gemeinsam, was der GVSt in seiner Meldung schreibt. Im Gegenteil: NEEDS bestätigt, dass Kohle zwar billig ist, aber im Vergleich eben zugleich auch derjenige Energieträger mit den schlimmsten Umweltauswirkungen.

Mit anderen Worten: Der GVSt hat das Ergebnis und die Inhalte seiner Pressemitteilung mehr oder weniger frei erfunden und dabei noch das Forschungsprojekt NEEDS in Mitleidenschaft gezogen. Genau so stellt man sich Lobbyarbeit und politische Einflußnahme vor: Dreist und rücksichtslos.