11. Juli 2009

Kein Vergleich

Ich hatte es bereits zu dem Zeitpunkt vermutet, als mir der Vergleich angetragen wurde. Jetzt, nach Erscheinen des dritten und letzten Teils des Vergleichs, weiß ich, dass es ein Fehler war, ihm zuzustimmen: Der Vergleich zwischen ClimatePartner und zwei Anbietern klimaneutralen Drucks konnte die wesentlichen Unterschiede nicht herausarbeiten und vermittelt statt dessen den Eindruck, die Lösungen der drei Kandidaten seien im Wesentlichen ähnlich, wenn nicht gar austauschbar.

Doch dieses gleichmacherische Bild stimmt nicht – und ich ärgere mich wirklich sehr darüber, dass ich mich zu dem Vergleich habe überreden lassen. Es war aber der letzte Vergleich, an dem ClimatePartner auf absehbare Zeit teilgenommen hat. Die nächsten Vergleiche finden ohne uns statt. Ich freue mich jetzt schon auf die Vergleichsergebnisse.

Wer wurde mit uns verglichen? Sie dürfen raten. Ich werde keine Namen nennen, sondern die Einrichtungen nur umschreiben:

DER EINE

Eine der beiden Einrichtungen dokumentiert die mäßige Akzeptanz ihrer Lösung gleich prominent auf der Startseite ihres Webauftritts mit einem CO2-Zähler, der so programmiert ist anzeigt, wie viele Emissionen durch das Unternehmen angeblich im Wege klimaneutralen Drucks ausgeglichen wurden. Der Zähler läuft interessanterweise immer in der gleichen Geschwindigkeit und wird auch an hohen kirchlichen Feiertagen nie langsamer. Heute Abend zeigte er ungefähr 3.737 Tonnen CO2 an. Das Unternehmen hat nach eigenem Bekunden 48 Druckereien als Kunden. Das bedeutet, dass jeder einzelne Kunde dieses Unternehmens mit allen Aufträgen, die er je klimaneutral durchgeführt hat, gerade einmal 77,8 Tonnen CO2 kompensiert hat. Das sind im Schnitt weniger als zehn sehr kleine Produktionen oder zwei mittlere pro Kunde. Das nenne ich gelebten Klimaschutz.

Falls Sie noch einen weiteren Hinweis auf diesen Kandidaten benötigen: Es handelt sich um denjenigen Anbieter, der auch klimaneutrales Büropapier anbietet, selbstverständlich mit “FSC- bzw. PEFC-Gütesiegel”. Sowohl der FSC, als auch der PEFC werden sich vermulich sehr freuen, das zu lesen, vor allem das Wörtchen “bzw.”. Ich wundere mich hingegen, warum man für den Büropapierbedarf bei unserem Marktbegleiter noch ernsthaft Frischfaser propagiert, anstatt Recyclingpapier zu verwenden, aber das steht im wahrsten Sinn des Wortes auf einem anderen Blatt. Den CO2-Wert des beworbenen Papiers findet man übrigens nicht auf der Webseite, aber das ist ja auch Nebensache, denn wen interessiert dieser Wert schon, zumal ohnehin alle Emissionen ausgeglichen wurden…

DER ANDERE

Die andere Einrichtung hat immerhin 64 “Kunden” für ihre CO2-Berechnungslösung gefunden. “Kunden” steht deshalb in Anführungszeichen, weil ich mir nicht sicher bin, ob ein Verband seine Kunden wirklich so nennt oder ob diese dort “Mitglieder” oder “beteiligte Betriebe” heißen. Diese Einrichtung überzeugt ihre “Kunden” damit, dass die verbandseigene Lösung für klimaneutrale Produktion sehr billig preisgünstig ist, wenn man die Mitgliedsbeträge außen vor lässt, mit denen diese Lösung subventioniert wird.

Mehr kann ich über diese Einrichtung nicht sagen, da ich auch auf ihren Seiten zu ihrer Klimainitiative nicht wesentlich mehr gefunden habe. Doch, eines noch, das Bundesumweltministerium zählt zu den Partnern dieser Einrichtung, zumindest steht es auf der Partnerseite der Einrichtung. Die Rolle des BMU scheint die des wissenschaftlichen Sparringpartners des Verbands zu sein, denn der Verband hat das Verfahren und die Bilanzierungsparameter mit dem Ministerium angeblich vorher “besprochen”, bevor er sie bei einem renommierten Institut zur Entwicklung gegeben hat.

CLIMATEPARTNER

Die Lösung von ClimatePartner zur nachhaltigen Medienproduktion kostet nach unseren Informationen ein Vielfaches dessen, was der nicht näher genannte Verband offiziell in Rechnung stellt und ungefähr das Doppelte des Preises, den der zweite Wettbewerber – der mit dem CO2-Zähler – berechnet. Um so erstaunlicher ist es auf den ersten Blick, dass ClimatePartner mit gegenwärtig 116 Kunden mehr Druckereien für sich und nachhaltige Medienproduktion gewinnen konnte, als die beiden anderen Einrichtungen zusammen. Woran liegt das?

Nun, sicher nicht am Preis. So viel ist klar. Aber woran dann? Ich nenne Ihnen nachfolgend ein paar Argumente, die mir spontan einfallen. Ich hoffe, sie klingen nicht allzu unbescheiden, aber das muss einmal in dieser Klarheit gesagt werden, auch um meinen Ärger loszuwerden:

Das Original.
ClimatePartner hat klimaneutralen Druck erfunden, in den Markt getragen und ständig weiterentwickelt. ClimatePartner gehört zur Avantgarde in der Klimaschutzberatung. Wir verändern Industrien und machen Märkte und gehören nicht zu denen, die abschreiben. Von uns wird abgeschrieben und kopiert. Wir sind das Original, nicht die Fälschung.

Unsere Kunden.
Wir arbeiten für die Besten. Unsere Kunden und Partner wirtschaften nachhaltig und wissen, dass guter Rat zwar teuer, schlechter aber unbezahlbar ist. Wie unsere Kunden und Partner sind auch wir keine Billigheimer, aber unseren Preis wert.

Klimaschutzberatung.
ClimatePartner ist eine auf Klimaschutz spezialisierte Unternehmensberatung. Wir sind keine Agentur und kein Verband. Unser Ziel ist nicht die marketingmäßige Vermarktung eines populären Themas und auch nicht die Vertretung von Verbandsinteressen. Wir haben die Mission, unseren Kunden den besten Service zu bieten, den sie im Klimaschutz bekommen können.

International aufgestellt.
ClimatePartner hat Ländergesellschaften in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und in den USA. Wir verfolgen die wissenschaftlichen Trends auf der ganzen Welt und setzen sie um. Nicht immer sofort, aber zielstrebig und beharrlich. Wir sind international aufgestellt.

In zahlreichen Industrien erfahren.
ClimatePartner hat einen deutlichen Schwerpunkt in der Medienproduktion. Daneben beraten wir aber auch andere Industrieteilnehmer, so z.B. Energieerzeuger, Banken, Versicherungen, Hard- und Softwarehersteller, Kfz-Hersteller, Hotels, Restaurants, Tourismusdestinationen und viele, viele andere Branchen. Die Erfahrungen mit diesen Kunden machen wir für die Medienproduktion nutzbar – und auch unsere Kundenbeziehungen. Wir sind in zahlreichen Industrien tätig und können daher klarerweise deutlich mehr als nur “klimaneutral drucken”.

Nicht Druck, sondern Medienproduktion.
ClimatePartner arbeitet im Bereich der Medienproduktion unter anderem für: Druckereien, Papierhersteller, Kuverthersteller, CD-Hersteller, Verlage, Produktioner, Agenturen, Folienproduzenten, Veredeler, Papiergroßhändler, Druckmaschinenhersteller, Druckfarbenhersteller, Medienlogistiker, Softwarehersteller, spezialisierte Speditionen und andere relevante Marktteilnehmer. Von diesen Erfahrungen und Kundenbeziehungen profitieren all unsere Kunden ebenso wie von unseren zahlreichen nationalen und internationalen Kooperationen in dieser Branche mit NGOs und Verbänden. Wir leben in, von und mit unserem Netzwerk.

Beratung bei Materialauswahl.
ClimatePartner setzt sich aus Überzeugung für ein Umdenken bei der Materialauswahl ein. Im Bereich Druck/Papier bedeutet das z.B. für Papier: (1) Konsequent sparsamer Papierverbrauch. (2) Alle Tissue- und Büropapiere sind ausnahmslos aus Recyclingpapieren, bevorzugt solchen mit dem Blauen Engel. (3) Auch bei Drucksachen aller Art hat Recycling Vorrang vor FSC-Frischfaser. Anderes Papier existiert für uns nicht mehr. Wir forschen viel im Bereich Papier und versuchen, möglichst viele unserer Kunden davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, das richtige Material einzusetzen.

Eigene Energieeffizienzberatung.
ClimatePartner hat eine eigene Energieefizienzberatung mit bei der KfW hierfür akkreditierten Mitarbeitern. Wir laufen also nicht ahnungslos durch die Hallen und verlieren uns in Spekulationen, sondern wissen, was wir Ihnen im Kontext der Energieeffizienzberatung raten. Entsprechendes gilt bei der Umstellung auf Ökostrom und regenerative Energieträger. Das nennen wir nachhaltig – und nicht nur die Vermittlung von Emissionszertifikaten.

Präsenz im Markt.
ClimatePartner teilt sein Wissen mit anderen, publiziert Fachbeiträge und Bücher, veranstaltet Kongresse, ist in DIN-Normenausschüssen und Fachveranstaltungen zum Carbon Footprinting präsent und stellt die Kompetenz seiner Mitarbeiter in den Dienst des Klimaschutzes. Suchen Sie auf den Webseiten der beiden anderer Anbieter einmal nach Downloads. Sie werden keinen einzigen finden. Wir sind präsent, wenn es um Klimaschutzberatung geht.

Engagement.
ClimatePartner ist streitbar und provoziert. Wir diskutieren schon auch einmal mit NGOs über Grundsatzfragen und holen uns blutige Nasen. Wir versuchen viel, machen Fehler und geben sie auch zu. Wir nennen die Dinge beim Namen, anstatt höflich um den heißen Brei herum zu reden. Klimaschutz duldet keinen Aufschub und auch keine falsche Scheu. Wir sind engagiert und zielstrebig.

So viel zum Thema Vergleich.

An dieser Stelle meinen aufrichtigen Dank an all unsere Kunden, die unsere Kunden geworden sind, obwohl sie zum Teil deutlich preisgünstigere Angebote anderer Anbieter vorliegen hatten. Ich danke Ihnen und auch unseren Partnern für Ihr Vertrauen, Ihren Weitblick und den jederzeit offenen Meinungsaustausch mit vielen von Ihnen. Ihre konstruktive Kritik hilft uns sehr bei unserem weiteren gemeinsamen Weg.

Ich stehe Ihnen jederzeit für alle Fragen und natürlich auch die Diskussion dieser Selbsteinschätzung gerne zur Verfügung.

Ihr

Alexander Rossner