22. Juli 2009

Neue Form von Klimaschutzprojekten

Bei COP15 bin ich auf einen sehr innovativen und überzeugenden Ansatz bei der Weiterentwicklung von Klimaschutzprojekten gestossen. Die Mehrheit der Klimaschutzprojekte beruht auf dem Bau von Anlagen zur Erzeugung von Energie auf der Basis regenerativer Energieträger (Wind, Wasser, Biogas, Biomasse, etc.). Die Vereinten Nationen haben nun ein gänzlich anderes Projekt zugelassen: Ein auf dem Verkauf von Energiesparlampen beruhendes Energieeffizienzprojekt.

Die britische Firma Cool nrg (Kompliment, cooler Name!) hat bei den Vereinten Nationen ein Small Scale CDM-Projekt registriert, das auf dem Verkauf von Energiesparlampen in Mexiko beruht. Die simple Idee ist: Durch die Nutzung der Energiesparlampen wird Energie gespart, die in der Konsequenz natürlich gar nicht erst erzeugt werden muss. Die eingesparte Menge Energie wird umgerechnet und als Zertifikat verkauft.

Das vom UNFCCC am 15. Juni grundsätzlich genehmigte Projekt (hier das entsprechende PDD) hat ein Volumen von 264.000 Tonnen CO2-Einsparung. Cool nrg hat dieses Projekt aber nur testweise durch die Instanzen geschickt. Der potenzielle Käufer der Zertifikate, die niederländische Firma Eneco, spricht deshalb von einem Gesamtvolumen von bis zu 7,5 Mio. Tonnen im Rahmen von bis zu 30 ähnlichen Projekten, die nun in Mexiko aufgelegt werden sollen. Aus der Pressemitteilung von Eneco geht hervor, dass das Projekt bzw. die Projektserie als Gold Standard registriert werden soll.

Eine richtungsweisende Idee, die sofort Nachahmung gefunden hat: Heute begann die Kommentarphase für ein beim UNFCCC unlängst eingereichtes Klimaschutzprojekt in Indien im Volumen von 286.000 Tonnen CO2 (hier das PDD), das ebenfalls auf dem Verkauf von Energiesparlampen beruht.