11. August 2009

Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien (III)

Am 17. und 19. Juli ging es hier im Blog um die Frage der Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien. Ich glaube nicht nur, dass der Einsatz erneuerbarer Energien bereits heute wirtschaftlich ist, sondern dass darüber hinaus der Einsatz fossiler Energieträger demnächst deutlich teurer werden wird:

Die fossilen Energieträger sind endlich. Wenn man bei Wikipedia die Tabellen und Grafiken zu Erdöl, Erdgas und Kohle nachschlägt, dann stellt man schnell fest, dass man zwischen “Reserven” und “Ressourcen” unterscheidet. Unter “Reserven” versteht man die zu gegenwärtigen Preisen und mit heutigen Fördertechnologien gewinnbare Menge an Rohstoffen. Als “Ressourcen” wird demgegenüber die nachgewiesene Menge der Rohstoffe definiert, die derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewonnen werden kann sowie die nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche, zukünftig gewinnbare Menge einer Rohstoff-Lagerstätte.

Vergleicht man die bei Wikipedia aufgeführten Rohstoffreserven mit dem heutigen Verbrauch, dann ergibt sich, dass Erdöl in 42 Jahren zur Neige geht, Erdgas in 60 Jahren und Steinkohle in 138 Jahren.

Rechnet man die höchst spekulativen Ressourcen hinzu, fließt der letzte Tropfen Erdöl in 62 Jahren, das letzte Erdgas in 129 Jahren und nur Kohle hält deutlich länger. Da die Ressourcen auch Vorkommen enthalten, deren Förderung “derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht” möglich ist, sind künftige Preissteigerungen durch eine teurer werdende Förderung der Rohstoffe wahrscheinlich.

Knapper werdende Rohstoffe werden allerdings nicht nur wegen Mehrkosten der Förderung teurer. Auch simple Marktgesetze führen dazu, dass die Nachfrage nach einem immer knapper werdenden Gut dem Anbieter die Durchsetzung höherer Preise gestattet.

Im Zeitraum zwischen 1998 und 2008 hat sich der Preis für Erdöl verdreifacht, der Preis für Erdgas hat sich in dieser Zeit auf das Fünffache erhöht, der für Kohle hat sich vervierfacht. Ich wage die Behauptung aufzustellen, dass wir angesichts der teurer werdenden Förderung knapper werdender Rohstoffe in der nächsten Dekade noch wesentlich deutlichere Preiserhöhungen bei Erdöl, Erdgas und Kohle feststellen werden.