20. August 2009

Musik und Klimaschutz

CO2-Emissionen sind mit so gut wie allen wirtschaftlichen Tätigkeiten verbunden. Ein Forschungsprojekt der Stanford University und der Carnegie Mellon University, hat die Rolle von CO2-Emissionen bei einem der ältesten Sachen untersucht, mit denen sich der Mensch auseinandersetzt: Musik.

Das Projekt, welches von Microsoft und intel gefördert wurde, beschäftigt sich mit möglichen Formen des Musikvertriebs und untersucht deren Auswirkungen auf die Freisetzung von Treibhausgasen.

Das Ergebnis: Digital vertriebene Musik, genauer gesagt Downloads über das Internet, verursachen wesentlich weniger CO2-Emissionen, als CDs, die über herkömmliche Ladensysteme oder per Bestellung ausgeliefert werden. Wenn die Musik ausschließlich in digitaler Form gespeichert und kein Brennen auf CD erfolgt, ergibt sich ein Unterschied von über 80%. Die Grafik zeigt die unterschiedlichen Emissionen in Abhängigkeit der Vertriebsform bezogen auf das einzelne Album.

Vertriebsforme von Musik und damit verbundene Treibhausgasemissionen

Vertriebsforme von Musik und damit verbundene Treibhausgasemissionen

Das Ergebnis einer Untersuchung hängt immer von der genauen Definition des Untersuchungsgegenstand ab. So flossen die Energie der IT-Nutzung (Rechenzentren, Computer) sowie die nötige Energie für Herstellung und Transport von CDs in die Untersuchung ein, die Wissenschaftler berücksichtigen innerhalb dieses Projekt allerdings nicht die Energie, die für den Unterhalt von Vertriebsfirmen, zum Anhören der Musik sowie für die Erzeugung von Strom benötigt wird. Laut heise online sollen zukünftige Projekte sich den unterschiedlichen Möglichkeiten des internetgestützten Musikkonsums ( z.B. Streaming) widmen.

Unabhängig von den Emissionen ergibt sich ein weiterer Vorteil beim Vertrieb über das Internet: Die Verfügbarkeit von Nischenprodukten, was Chris Anderson als den Long Tail beschrieben hat. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mit 15 Jahren in meiner Heimatstadt Neuss alle Plattenläden [alle beiden] abgeklappert habe auf der Suche nach CDs, die nicht in den TOP100 waren; meist erfolglos.

An dieser Stelle sei kurz auf den ambitionierten Nachwuchskünstler Lil Peppi hingewiesen, der sich auch zum Thema Klimaerwärmung äußert…Auch Michael Jackson hat klein angefangen…

Als Fazit für funky Klimaschutz verbleibt: Musik über das Internet hören und Grünstrom kaufen!

Wer die gesamte Studie nachlesen möchte, erhält hier das .pdf