15. Oktober 2009

Blog Action Day 2009

Heute ist Blog Action Day 2009, eine Aktion, in deren Rahmen sich mehr als 12.000 Blogs aus 150 Ländern mit insgesamt mehr als 12 Millionen Lesern zu einem bestimmten Thema äußern. Das diesjährige Motto des “BAD09″ ist der Klimawandel, was uns thematisch sehr entgegen kommt, da wir ohnehin das eine oder andere zu diesem Thema schreiben.

Wir wollen heute einmal die Top 7 der Argumente zusammenstellen, die uns gegenüber in der Beratungspraxis immer wieder geäußert werden, wenn es darum geht, sich nicht im Klimaschutz engagieren zu wollen:

Platz 7: “Erst müssen wir die Krise bewältigen, dann kümmern wir uns um Klimaschutz.”
Klimaschutz kann ein Weg aus der Krise sein. Eine Reihe unserer Kunden hat in Zeiten geringerer Auslastung eine Klimaschutzstrategie aufgestellt und Maßnahmen definiert, die sie nun konsequent und erfolgreich umsetzen. Ökonomische Ziele werden oftmals durch ökologisch vorbildliches Verhalten gefördert.

Platz 6: “Unsere Kunden sind nur am Preis und an der Qualität unserer Leistungen interessiert. Ob oder ob nicht wir uns nachhaltig engagieren, spielt für unsere Kunden keine Rolle.”
Kann sein, kann aber auch nicht sein. Das hängt von der Branche und vor allem von dem individuellen Kundenkreis ab. Irrtümer sind in diesem Kontext nicht ausgeschlossen. In den meisten Branchen kommt es natürlich auf den Preis und die Qualität an. Bei vergleichbaren Qualitäten und Konditionen entscheiden sich jedoch schon heute zahlreiche Unternehmen und Konsumenten für ein vorbildlich handelndes Unternehmen oder ein Produkt, das nachhaltig produziert wurde. Probieren Sie es aus. Fragen Sie Ihre Kunden.

Platz 5: “Wir haben schon viel im Klimaschutz gemacht.”
In den meisten Fällen stimmt dieses Argument nicht. Und in den Fällen, in denen es stimmt, ist immer noch Raum für deutliche Verbesserungen. Die wenigsten Unternehmen nutzen z.B. Ökostrom. Dabei ist die Energiewende das entscheidende Ziel, denn wenn wir den Klimawandel eindämmen wollen, müssen wir uns so schnell wie möglich von der Abhängigkeit von den endlichen Ressourcen befreien.

Platz 4: “Wir sind im Vergleich zu anderen Industrien kein großer Verursacher von Treibhausgasemissionen.”
Jedes Unternehmen verursacht Treibhausgasemissionen. Jedes Unternehmen hat Kunden, Partner und Mitarbeiter und kann allein durch ein Bekenntnis zum Klimaschutz ein weithin sichtbares Zeichen setzen, das andere zum Mitmachen motiviert. Klimaschutz lebt von der Überwindung des Phlegmas eines jeden einzelnen, Dinge nicht verändern zu wollen.

Platz 3: “Wir Deutschen sind im Vergleich zu anderen Ländern kein großer Verursacher von Treibhausgasemissionen.”
Selbst, wenn diese Behauptung stimmen würde, entbindet sie uns nicht von der Pflicht zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Zudem dürften sich nachfolgende Generationen vermutlich nicht wirklich dafür interessieren, welche Länder in welcher Reihenfolge zu Klimafolgen beigetragen haben, die ihnen das Leben schwer machen.

Platz 2: “Wenn jeder Ökostrom nutzen würde, würden die Ökostromkapazitäten nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.”
Ein sattsam bekannter argumentativer Totschläger in neuem Gewand: Wenn jeder Münchner zur gleichen Zeit die U3 nehmen würde, würde das U-Bahnnetz zusammenbrechen. Richtig ist vielmehr: Wenn zahlreiche Unternehmen und Konsumenten nur mehr Ökostrom einsetzen, dann begreifen die großen Energieversorger vielleicht endlich, dass sie Ihnen keinen Atom- oder Kohlestrom mehr verkaufen können und investieren endlich in einem angemessenen Umfang in nachhaltige Energieerzeugung. Ohne Nachfrage kein Angebot – schon gar nicht in diesem Markt. Solange es Unternehmen und Konsumenten aber gleichgültig ist, aus welcher Quelle ihr Strom stammt, werden die großén Energieversorger nach wie vor dreckige Kohle oder unverantwortliche Atomkraft einsetzen, um Energie zu erzeugen.

Platz 1: “Es gibt keinen Klimawandel. Jedenfalls hat der Mensch keinen Einfluss darauf.”
Menschen, die diese Meinung vertreten, sind kaum je zu überzeugten Klimaschützern zu machen. Unsere Empfehlung ist es, in derlei Diskussionen gar nicht erst einzusteigen. In manchen Fällen hilft es in diesem Kontext, auf die Endlichkeit der fossilen Energieträger Steinkohle, Braunkohle und Erdgas hinzuweisen. Und auch darauf, dass Uran kein regenerativer Energieträger ist, so dass nachfolgende Generationen ein Ernst zu nehmendes Problem bekommen, wenn wir so weitermachen wie bisher. Doch auch die Endlichkeit dieser Ressourcen wird von Menschen, die sich dieses Arguments bedienen, gerne negiert.

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Ausreden, warum nichts geändert werden muss, gibt es viele. Um so mehr freuen wir uns darüber, dass der Blog Action Day den Klimawandel zum Thema des heutigen Tages gemacht hat. Wir spüren die Aufbruchsstimmung und freuen uns sehr, dabei sein zu dürfen und einen kleinen Teil dazu beizutragen, dass sich die Welt verändert. Keep up the good work!