18. November 2009

Was ist eigentlich “Scope 3″?

Über diese Frage wurde am 17.11.2009 auf dem Stakeholder-Advisory-Group-Workshop der Greenhouse Gas Protocol Initiative in Berlin heftig diskutiert. Zur Diskussion standen ein Entwurf für einen Scope-3-Standard, als Ergänzung zum bestehenden GHG Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard und der Entwurf für einen internationalen Standard für die Erstellung und Dokumentation von Product Carbon Footprints.

An dem Workshop nahmen etwa 25 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und NGOs teil.

Die Entwicklung eines einheitlichen Standards für die Bilanzierung der Scope-3-Emissionen dient mehreren Zielen: Zum einen soll eine bessere Vergleichbarkeit von Treibhausgasbilanzen verschiedener Unternehmen erreicht werden. Da der Ausweis der Scope-3-Emissionen bislang dem Ermessen des bilanzierenden Unternehmens unterliegt, ist der Vergleich verschiedener Treibhausgasbilanzen nur bedingt möglich. Zum anderen ist klar, dass bei zahlreichen Unternehmen ein wesentlicher Teil der Emissionen – und damit auch Potenziale zur Reduktion der Treibhausgasemissionen – entlang der Supply-Chain (Upstream und Downstream) außerhalb von Scope 1 und Scope 2 liegen. Diese Potenziale sollen mithilfe des Scope-3-Standards offen gelegt und realisiert werden können.

Der vorliegende Entwurf wurde vor allem mit Hinblick auf die Definition der Systemgrenzen, die Datenerhebung und –qualität sowie die Berücksichtigung der Emissionen verkaufter Produkte in der Nutzungsphase diskutiert.

Im zweiten Block des Workshop ging es um die Entwicklung eines einheitlichen Standards für Product Carbon Footprints. Ziel des Standards ist es, eine allgemein anerkannte Richtlinie für die Entwicklung von Product Carbon Footprints, die öffentlich kommuniziert werden, zu geben. Bei den Diskussionen ging es vor allem um die Definition der Systemgrenzen und eine Abgrenzung von Zwischen- und Endprodukten.

Bis zum 21. Dezember besteht die Möglichkeit, die Entwürfe für die beiden Standards zu kommentieren und damit zur Entwicklung einheitlicher Standards beizutragen. Ab Januar werden die Standards in einem Testverfahren von Unternehmen verschiedener Sektoren und Größe getestet. Die nächsten Entwürfe sollen dann auf Grundlage der Testphase und der Stakeholder-Workshops Mitte 2010 zur Diskussion gestellt werden. Die Veröffentlichung der Standards ist für Ende 2010 geplant.

Wir werden den Prozess weiterhin aufmerksam verfolgen und Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.