14. Dezember 2009

Eindrücke aus Kopenhagen

Dr. Klaus Reisinger, Geschäftsführer ClimatePartner Austria GmbH, war als offizieller Delegierter auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Er hat uns einen Bericht aus Kopenhagen gesandt – und auch ein paar Fotos.

Dr. Klaus Reisinger (ClimatePartner Austria GmbH) in Kopenhagen

Klaus äußert sich in seinem Bericht auch verhalten kritisch über die Organisation. Er stellt fest, bereits die Genehmigung von Agenden stelle einen langwierigen Prozess dar und die Diskussion als wichtig empfundener Punkte komme zu kurz, weil es schon sehr schwierig sei, den mitunter starren Formalia der UN-Klimagespräche zu entsprechen:

“Während meines Aufenthaltes konnten keine „großen weltpolitischen“ Einigungen erzielt werden, vielmehr war sehr viel Frust zu spüren über die Langatmigkeit der Entscheidungsfindung. Für mich selbst wäre es sehr überraschend, wenn am Ende der Konferenz ein rechtlich verbindliches Dokument unterschrieben würde, welches engagierte Reduktionsziele für Industriestaaten und Emissionsobergrenzen für Entwicklungsländer vorsieht. Nach den Erfahrungen beziehungsweise dem Ausbleiben von Ergebnissen in der ersten Woche bedarf es jetzt eines gemeinsamen Kraftaktes, um die Konferenz mit einem Erfolg abschließen zu können.”

Allgegenwärtig in Kopenhagen: Spontanaktionen von NGOs

Nach den Verhandlungen der ersten Woche beginne sich abzuzeichnen, dass es auch weiterhin die Möglichkeit geben werde, Klimaschutzprojekte mittels Flexibler Mechanismen durchzuführen. Klaus erwartet, dass JI-Projekte, die bislang nur ein Schattendasein gegenüber CDM-Projekten führten, demnächst aufgewertet würden, wenn durch Kopenhagen auch Schwellenländer verbindliche Reduktionsziele erhalten.

Klaus berichtet weiter, dass die Spielregeln der Flexiblen Mechanismen im Wesentlichen beibehalten werden sollen, auch wenn der Wunsch nach einer Vereinfachung des Systems allgegenwärtig sei. Der Emissionshandel wird also in seiner bisherigen Form – auch kritischen Stimmen zum Trotz – fortgeführt werden.

Mächtig aufgeblasen: Eine Tonne CO2 gut visualisiert.

Da nur wenige Staaten bislang eigene Klimaschutzprojekte auflegen konnten, wurde eine breitere geographische Streuung von CDM-Projekten namentlich in den bislang unterrepräsentierten Staaten Afrikas gefordert. Dieses Ziel soll durch weitere Gelder für Entwicklungsländer erreicht werden.