20. Juni 2010

FSC Vollversammlung 2010 in Essen

Unter dem Motto „FSC – regional, national, international“ fand am 16./17.06. in Essen die diesjährige Vollversammlung der FSC Arbeitsgruppe Deutschland statt. In diesem Rahmen wurde auch offiziell der Vertrag zum „Upgrade“ unterzeichnet, der die bisherige Arbeitsgruppe innerhalb der internationalen FSC Struktur auf die Ebene des deutschen Landesbüros hebt – herzlichen Glückwunsch zu diesem Schritt!Neben den organisationsbezogenen Abstimmungsrunden, gab es eine Exkursion in den Essener Stadtwald und vier Runde Tische zu folgenden Themen:Qualität der Waldarbeit und soziale Verpflichtung des FSC Zunehmend treten Unternehmer aus Ländern mit geringerem Lohnniveau in den hiesigen Wettbewerb. Qualität und Lohnniveau können hierbei sehr unterschiedlich sein. Muss der FSC eine Debatte um Mindestqualität UND um Mindestlöhne führen?Fazit: Nach Meinung der Teilnehmer sollte der FSC in diesem Zusammenhang sein Augenmerk auf folgende Aspekte legen:
  1. Standardsicherung bei den eingesetzten forstlichen Dienstleistungen – im Sinne fachlicher Standards der Waldarbeit und Forsttechnik, sozialer Standards wie Tariflöhne und Arbeitsschutz sowie Berücksichtigung von Zertifikaten für forstliche Dienstleister.
  2. Sicherung der Regionalität durch transparente Prüfung des Einsatzes regionaler Dienstleister beim Audit des Waldbesitzers.
  3. Sicherung spezieller Anforderungen der FSC-zertifizierten Waldbesitzer durch die Erstellung eines Katalogs mit fachlichen Anforderungen für Ausschreibungsunterlagen, Arbeitsaufträge etc.
Wie können Tropenwälder genutzt werden? Die Nutzung tropischer Wälder wird kontrovers diskutiert. Mit Hilfe von FSC-Zertifikaten erreichen tropische Hölzer auch deutsche Märkte mit „grünem Siegel“. Unter welchen Rahmenbedingungen ist die Bewirtschaftung tropischer Wälder sinnvoll und welche Auswirkungen hat der FSC in tropischen Wäldern?Fazit: Oftmals ist der FSC vor Ort die einzige Instanz, die willkürlichen Kahlschlag unterbindet. Ohne FSC wäre die Situation insbesondere in ungeschützten Regionen, nicht mehr zu steuern. Dazu kommt die häufige Vermischung mit politischen und technischen Fragen wie z.B. - Sollte eine Zertifzierung überhaupt erfolgen, wenn staatliche Obrigkeit abwesend ist? - Haben wir eigentlich nicht genügend heimische Holzalternativen? Für alle Problemfelder wurden Lösungsideen formuliert.Regionale Holzversorgung – forests meet industry Viele Holzfachhändler befinden sich derzeit in Zertifizierungsprozessen. Immer wieder wird ein zu geringes Angebot an FSC-Holz beklagt. Gleichzeitig beklagen FSC-Waldbesitzer einen zu geringen Absatz. Welche Lösungen sehen Waldbesitzern, Vertretern der Holzindustrie und des Holzfachhandels?Fazit: Durch die Konstellation von Waldbesitzern, Dienstleistern und Holzhändlern ergeben sich Zielkonflikte, die auch in Zukunft Diskussionsgegenstand sein müssen und werden. Die Nachfragepotentiale nach FSC-Holz sind noch nicht ausgeschöpft und man müsste dazu den Anteil FSC-zertifizierter Waldfläche und die Zahl zertifizierter Sägewerke steigern.Chancen des Eco-Labeling in Druckobjekten – Verantwortung in der Außenwirkung Viele Unternehmen drucken bereits Publikationen auf FSC- zertifizierten oder Recyclingpapieren. Auf dem Weg zu einem Produkt mit dem FSC-Siegel oder dem Blauen Engel stoßen Unternehmen auf zahlreiche Fragen und Barrieren. Fazit: Rüdiger Maaß (Fachverband Medienproduktioner e. V.) und Christian Jung (SCA Graphic Paper Deutschland GmbH) beschrieben in ihren Impulsbeiträgen die globale Bedeutung des Papiersektors und die damit verbundene unternehmerische Verantwortung im Umgang mit den natürlichen Ressourcen. So wurde deutlich, dass das Umweltengagement und somit auch der Einsatz von Öko-Labels in eine klare Unternehmensstrategie eingebettet werden sollte. Nur so kann ein Unternehmen auch wirtschaftlich davon profitieren.
FSC Vollversammlung 2010

FSC Vollversammlung 2010

Es war uns eine Freude, den FSC bei dieser Veranstaltung zu unterstützen und sind schon auf nächstes Jahr gespannt – denn Gerüchten zu Folge ist Dr. Uwe Sayer bereits vor Ort zwischen den Agendapunkten in den Planungen eingestiegen …