21. September 2011

„Klimaschutz ist in Asien angekommen“

Ein Interview mit unserem Geschäftsführer Moritz Lehmkuhl zu seiner Teilnahme am Annual Meeting des World Economic Forum of New Champions vom 14. – 16.9.2011 in China

Sie waren vergangene Woche als „Young Global Leader“ zum Annual Meeting des World Economic Forum of New Champions im chinesischen Dalian eingeladen. Können Sie knapp zusammenfassen, was man sich darunter vorstellen kann?

Das Annual Meeting of New Champions ist eine dreitägige Veranstaltung mit zahlreichen Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops, an denen mehr als 1.500 Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft, von NGOs und verschiedenen Verbänden teilnehmen. So waren beispielsweise auch der chinesische Ministerpräsident, Wen Jiabao, oder der ehemalige Premierminister Großbritanniens, Gordon Brown, vor Ort. Die Teilnehmer kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, u.a. aus den Bereichen Umwelt und Energie. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf Asien, aber es werden auch viele relevante globale Themen diskutiert.

Dieses Event wird in Anlehnung an das Weltwirtschaftsforum in Davos auch als „Summer Davos“ bezeichnet. Trifft diese Bezeichnung zu?

Ganz klar, ja! Es ist nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos die zweite entscheidende Veranstaltung im Wirtschaftsbereich, wobei das Annual Meeting den besonderen Bezug zu China und Asien hat.

Das Meeting fand zum fünften Mal in China statt. Welchen Eindruck hat die Gastgeberstadt Dalian auf Sie gemacht?

Dalian ist trotz seiner mehr als 6 Mio. Einwohner hierzulande unbekannt. Aber die Stadt hat sich rasant entwickelt – fast wie im Zeitraffer. Man hat das Gefühl, dass in zehn Jahren ganze Jahrzehnte im Vergleich zu den Industriestaaten aufgeholt wurden. Überall sieht man Wolkenkratzer und es wird überall gebaut. Mit diesem Tempo werden sie andere Wirtschaftsregionen sehr bald überholen.

Was hat Sie persönlich am meisten beeindruckt oder vielleicht auch überrascht?

Zum einen hat mich natürlich diese wahnsinnig schnelle Entwicklung des Landes beeindruckt. Ich habe beispielsweise im Vergleich zu meinen Besuchen in China zur Zeit der Olympischen Spiele 2008 so gut wie keinen Fahrradfahrer mehr gesehen, stattdessen ganz viele neue Mittel- und Oberklassewagen. Zum anderen war es interessant, dass Themen wie Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien ähnlich wie in Europa diskutiert werden – wenn nicht sogar noch intensiver, als das bei uns der Fall ist.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus den Veranstaltungen für ClimatePartner?

ClimatePartner arbeitet als Klimaschutzberatung an einem immens wichtigen Thema. Wir müssen aber noch globaler denken. Wir sind zwar mittlerweile in 20 Ländern vertreten, aber wir müssen die Internationalisierung unseres Geschäftsbereichs weiter vorantreiben. Klimaschutz ist ein Thema, dass gerade auch in Asien angekommen ist. Daher sollten wir uns in Zukunft noch stärker auf den asiatischen Markt konzentrieren.