30. September 2011

Was sind eigentlich CO2-Äquivalente?

Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2) machen weltweit etwa 60% der Treibhausgasemissionen aus. CO2 dient deshalb als Referenzwert, um die globalen klimatischen Veränderungen zu messen. Bei der Berechnung eines CO2-Fußabdrucks werden neben CO2 auch andere Treibhausgase berücksichtigt, wie Methan (CH4), Lachgas (N2O), Schwefelhexafluorid (SF6) und Fluorkohlenwasserstoffe. Diese werden über ihr jeweiliges Treibhauspotenzial in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet. CO2-Äquivalente beschreiben somit ein einheitliches Maß für die Treibhauspotenziale der verschiedenen Treibhausgase.

Fluorkohlenwasserstoffe werden beispielsweise mit einem Faktor von 100 bis 15.000 in CO2-Äquivalente umgerechnet. Damit haben schon geringe Mengen an Fluorkohlenwasserstoffen eine erhebliche Wirkung auf den Treibhauseffekt. Fluorkohlenwasserstoffe finden unter anderem in Klimaanlagen von PKWs Verwendung, wo diese durch Lecks auch austreten können. Aufgrund dieses enormen Treibhauspotentials dürfen nach einer europäischen Verordnung seit 1. Januar 2011 nur noch Fluorkohlenwasserstoffe mit einem Faktor unter 150 in PKW-Klimaanlagen verwendet werden.

Methan, ein weiteres Treibhausgas, hat ein 21-mal so hohes Treibhauspotential wie CO2 und wird vor allem auch durch die Landwirtschaft freigesetzt. Laut WWF emittiert eine Milchkuh durchschnittlich 111,7 kg Methan im Jahr, also knapp 2,35 Tonnen CO2e. Durch Nutzung des Kuhmists als Dünger werden weiteres Methan und Lachgas freigesetzt. Lachgas wiederum hat einen Faktor von 310. Insgesamt summieren sich dadurch die CO2e pro Jahr und Milchkuh auf rund 3,1 Tonnen. Zum Vergleich: Dies entspricht dem CO2-Ausstoß eines Mittelklassewagens (160g/km) auf 19.500 km oder rund 25-mal der Strecke München-Berlin.