21. Januar 2013

Erfolgsfaktor Klimaschutz in der Papierindustrie

Erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutz in Unternehmen – Norbert Girock, Management Nachhaltigkeit bei der LEIPA Georg Leinfelder GmbH, erklärt im Interview, welche Rolle dieses Thema beim weltweit führenden Hersteller von LWC* Qualitätsprodukten auf 100% Altpapierbasis spielt.

 

Welche Stellung nehmen die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz aus Ihrer Sicht generell in der Papierbranche ein?

 

Norbert Girock:
Für die Europäische Papierindustrie kann man wohl sagen,dass insbesondere die Einsparung von CO2-Emissionen alleine wegen der enormen Energie- und sonstigen Verbrauchskosten sowie den umfangreichen gesetzlichen Bestimmungen schon aus ökonomischer Sicht eine ständig wachsende Aufmerksamkeit erhalten hat.

 

Welchen Beitrag leistet die LEIPA Georg Leinfelder GmbH zum Thema Klima- und Ressourcenschutz?

 

Als Familienunternehmen mit einer über 165-jährigen Geschichte und der mittlerweile sechsten Inhabergeneration im operativen Geschäft ist Nachhaltigkeit – im Übrigen nicht nur bezogen auf Umweltthemen, sondern auf alle relevanten Bereiche -per se von größter Bedeutung. Wir von LEIPA sehen große Chancen in der Verbindung von ökologischer Sorgfalt und ökonomischem Erfolg. So verlassen ca. 80% unserer Produktion unser Werk auf der Schiene. Für Transporte nach UK nutzen wir beispielsweise ein Spezialschiff, welches unter Brücken abgesenkt werden kann und dadurch weite Wege spart.

 

 

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen für die Papierbranche in Hinblick auf den Klimawandel?

 

Ganz ohne Zweifel ist dies eine Senkung des Energieeinsatzes (Wärme,Dampf und Elektrizität). Daher haben wir in 2010 ein eigenes Ersatzbrennstoffkraftwerk in Betrieb genommen, um zumindest einen substantiellen Teil unseres Energiebedarfs selbst decken zu können. Darüber hinaus geht es selbstverständlich auch in unserer Branche um die konsequente Schonung von Ressourcen. Die gesamte Leinfelder Gruppe mit unseren Tochtergesellschaften MAD (Altpapier) und Leipa Logistik (Transport) lebt den Gedanken des „Cradle to Cradle“-Ansatzes**. Leipa setzt zu 100% Altpapier ein und wir können die verbleibenden Reststoffe aus dem Deinking-Prozess und extern angelieferten Hausmüll im neuen,eigenen Kraftwerk mit einem Kesselwirkungsgrad von 88% verbrennen.

 

Welche Entwicklung bei der Nachfrage Ihrer Kunden haben Sie in letzter Zeit feststellen können, wenn es um umwelt- und klimafreundliches Papier geht?

 

Die Nachfrage nach zertifizierten Papieren nimmt deutlich erkennbar zu. Dies bezieht sich auch auf fast alle Märkte. Papiere auf Altpapierbasis einzusetzen ist heute oftmals die Forderung großer Retailer und anderer Endverbraucher.

 

 

Worin liegt für Ihre Kunden die Motivation, umwelt- und klimafreundliches Papier einzusetzen?

 

Es ist unschwer zu erkennen, dass der Einsatz von ressourcenschonendem Papier nicht nur aus Überzeugung,sondern auch teilweise zum Transport einer -neudeutsch- „Message“ verwendet wird. Ich will beim Thema aber auch nicht immer unterscheiden,ob es sich hierbei um eine feste Überzeugung der jeweiligen Unternehmen handelt oder um das Bemühen um ein gewisses Image.In letzter Konsequenz spielt das für die Umwelt keine Rolle. Wichtig ist es, dass Papier aus Recyclingmaterial eingesetzt wird und unvermeidbare CO2-Emissionen der Produktion idealerweise durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten kompensiert werden.

 

*Light Weight Coated

 

**Ziel dieses Konzepts ist es, eine Produktion als Kreislauf zu verstehen, in dem alle Neben- und Abfallprodukte nutzbringend in einen Herstellungsprozess zurückgeführt werden.

 

Weitere Informationen über LEIPA stehen hier für Sie zur Verfügung: www.leipa.de