18. Februar 2014

Klimaschutzprojekt auf Gold-Standard Niveau im WM-Land Brasilien

Nur noch wenige Wochen und die ganze Welt blickt nach Brasilien. Eine gute Gelegenheit also, neben Fußball und Samba, einmal das Thema Klimaschutzprojekte in der aufstrebenden Volkswirtschaft zu beleuchten. ClimatePartner arbeitet derzeit mit zwei Klimaschutzprojekten in Brasilien zusammen; eines davon startete im Jahre 2010 und ist nach den strengen Kriterien des Gold-Standards zertifiziert.



Das Biomasse-Projekt im Staat Ceará, im Nordosten von Brasilien, spart CO2-Emissionen ein, indem anstelle von Feuerholz Biomasse zur Befeuerung von Keramikbrennöfen eingesetzt wird.



Unter diesem Link können Sie sich ein Video über das Klimaschutzprojekt „Ceará“ auf unserem ClimatePartner Youtube-Channel anschauen:





 

Wie aber genau geht die CO2-Einsparung vonstatten?
Traditionell wird in Brasilien zur Befeuerung der Keramikbrennöfen Feuerholz eingesetzt, was zu einer massiven Abholzung der überwiegend aus Mangroven bestehenden Wälder führt. Das Traditionsunternehmen Grupo Travares aus dem Nordosten Brasiliens verfügt über fünf Produktionsstätten und stellt Dachziegel und Backsteine für den regionalen Markt her – allerdings setzt das Unternehmen auf Biomasse zur Befeuerung, anstelle auf Feuerholz.


Location des Staates Ceará (Quelle: Google Maps)

 

Das bedeutet, dass keine Mangrovenwälder mehr abgeholzt werden müssen, sondern, dass Cashew- und Kokosnussschalen sowie Holzabfälle aus nachweislich nachhaltiger Forstwirtschaft zum Einsatz kommen. Auch führt das Unternehmen umfangreiche Maßnahmen zur Energieeffizienz und Prozessoptimierung durch, zum Beispiel durch eine verbesserte Auslastung der Brennöfen.



Um den Anforderungen des Gold Standards gerecht zu werden, muss ein Klimaschutzprojekt allerdings nicht nur messbar und nachweislich CO2 einsparen, sondern weitere positive soziale und regionale Auswirkungen erzielen. Somit wird beispielsweise durch das Projekt in Ceará der Schutz und die Erhaltung der Biodiversität, insbesondere der Mangrovenwälder, voran getrieben. Auch werden zusätzliche Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung geschaffen. Körperlich schwere Arbeitsprozesse werden durch den Einsatz moderner Maschinen vereinfacht, was die Sicherung und Gesundheit der Arbeitnehmer verbessert. Zusätzlich werden auch regelmäßig Schulungen und Bildungsangebote für Mitarbeiter, insbesondere in den Bereichen Sicherheit und Gesundheit, durchgeführt.

 

Ein anderes Klimaschutzprojekt in Brasilien, mit welchem ClimatePartner zusammen arbeitet, wird in Bandeira e Capelli durchgeführt. An den Standorten werden seit 2006 auch Biomasse anstelle von Feuerholz eingesetzt. Auch dieses Projekt kümmert sich um mehr als die bloße CO2-Einsparung, die im Jahr 2013 auf 525 kt CO2 angestiegen ist. Auch rund 1341 Fußballfelder Regenwald wurde geschützt. Der zusätzliche „Social Carbon Standard“ achtet darauf, dass neben einer messbaren CO2-Reduktion die Realisierung verschiedener Maßnahmen zur sozialen Verbesserung des Arbeitsumfelds im Rahmen des Projektes stattfindet und überprüft regelmäßig deren Zielerreichung.


Nutzung von erneuerbarer und nachhaltig bewirtschafteter Biomasse für die Brennöfen

 

Und das bringt uns zurück zum Thema Fußball. Denn das Motto dieses Projektes lautet „Sustainable Goals“, da die Kinder der Arbeiter und der Dorfgemeinschaft mit Fußballtraining unterstützt werden. In Zahlen ausgedrückt sieht das so aus: Gesponsert wurden 46 Fußbälle und 170 Trikots, aktuell gibt es 214 Spieler, davon 60 Kinder und 154 Erwachsene und 33 Meisterschaften haben schon statt gefunden. Das Freizeitangebot ist wichtig für die Menschen, da dies zu einem starken Zusammenhalt zwischen Dorfbewohnern und den Fabrikbetreibern führt. Die großen Turniere an Ostern und Weihnachten sind für die Kinder der Gemeinden ein Highlight. Das Projekt Bandeira & Capelli ist somit vorbildlich für eine ganzheitliche Regionalentwicklung.






Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen für die lokale Bevölkerung

Weitere Informationen zu dem Projekt „Bandeira e Capelli“ finden Sie hier.

Weitere Informationen zu dem Projekt „Ceará“ finden Sie hier.

Weitere Informationen über den Gold Standard finden Sie hier.