15. Dezember 2015

UN-Klimakonferenz in Paris 2015

UN-Klimakonferenz in Paris 2015

Am Wochenende ging in Paris der Welt-Klimagipfel mit einem für viele überraschend positiven Ergebnis zu Ende. Nach zähen Verhandlungen haben sich 196 Nationen zur Eindämmung der globalen Erwärmung ab 2020 verpflichtet. Hat sich der Aufwand gelohnt? ClimatePartner gibt Antworten auf wichtige Fragen zum Klima-Abkommen.

1. Was hat das Abkommen an wirklichen Neuerungen gebracht?

Kurz gesagt: Erstmals ziehen nun alle Nationen der Welt an einem Strang, um die globale Erwärmung zu bekämpfen – egal ob Industrie-, Schwellen- oder Entwicklungsländer. Das ist ein großer Durchbruch, schließlich hatten sich bisher nur Industriestaaten zu verbindlichen Reduktionszielen verpflichtet. Und was will die Weltgemeinschaft künftig erreichen? Drei Ziele des Abkommens finden wir besonders wichtig:

  • Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad: Bisher galt eine Erwärmung von 2 Grad als gerade noch erträgliches Maß der globalen Erwärmung. Durch neue Erkenntnisse und politische Initiativen vieler Entwicklungs- und Schwellenländer (darunter auch existentiell bedrohte Inselstaaten) wird nun weltweit eine Erwärmung von maximal 1,5 Grad als gerade noch erträgliches Maß angestrebt.
  • Klimaneutrale Weltwirtschaft ab 2050: Der Netto-Ausstoß von Treibhausgasen – also die Differenz zwischen Ausstoß und Absorption – soll in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts bei null liegen. Damit wird faktisch eine klimaneutrale Weltwirtschaft angestrebt.
  • Verbindliche Reduktionsziele alle fünf Jahre: Teil des Abkommens sind nationale Pläne zur Umsetzung der Klimaziele. Diese Pläne müssen alle fünf Jahre neu vorgelegt und dabei sukzessive verschärft und an den Technologiefortschritt angepasst werden. Bereits zum Ende der Konferenz haben 186 Staaten erste Reduktionspläne vorgelegt, die jedoch bei weitem nicht ausreichen.
  • 2. Wo liegen die Schwachstellen des Abkommens?

    Das Problem des Pariser Abkommens liegt in seiner Natur: Es ist ein diplomatischer Kompromiss, daher bleibt es an vielen Stellen vage und unkonkret. Insbesondere werden keine verbindlichen Maßnahmen definiert, durch die das Ziel einer klimaneutralen Weltwirtschaft erreicht werden soll. Umsetzungs- und Kontrollmechanismen fehlen ebenfalls. Statt verbindlichen Verpflichtungen enthält das Abkommen eher Aufforderungen und Empfehlungen. Kurz gesagt, das Abkommen definiert das “Was” (Was soll bis wann erreicht werden?), aber enthält wenig zum “Wie” (Wie soll das Ziel umgesetzt werden?). Wir sind jedoch– trotz der zum Teil berechtigten Kritik –überzeugt, dass das Abkommen von Paris ist das Beste, was dem Weltklima seit der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls 1997 passiert ist.

    3. Sind die Ziele überhaupt erreichbar?

    Ja – auch wenn die Herausforderungen riesig sind. Klar ist: Um das Ziel einer klimaneutralen Weltwirtschaft zu erreichen, sind intelligente Mechanismen gefordert, die Staaten, Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen miteinbeziehen. Neben Gesetzen und verpflichtenden Obergrenzen – die notwendig sind – müssen vor allen Dingen intelligente Anreize geschaffen werden, damit weltweit mehr in den Klimaschutz investiert wird. Klar ist jedoch auch: Klimaneutral bedeutet nicht CO2-frei. Der Ausstoß an Treibhausgasen wird auch nach 2050 nicht auf null zurückgehen, auch wenn ein massiver Rückgang nach Meinung von Experten technisch möglich wäre. Wir glauben daher, dass der CO2-Ausgleich durch Klimaschutzprojekte in Zukunft eine Schlüsselrolle für die Erreichung der Klimaziele einnehmen wird.

    4. Was bedeutet das Abkommen für Unternehmen?

    Das Abkommen setzt ein klares Zeichen: Klimaschutz ist der richtige Weg. Unternehmen, die sich für den Klimaschutz engagieren, sind heute schon wirtschaftlich erfolgreicher, attraktiver für Investoren, haben zufriedenere Mitarbeiter und ein besseres Image. Was durch Paris noch deutlicher wird, ist die Relevanz des Themas für die Zukunft. Wird auch nur ein Bruchteil der Pläne umgesetzt, zu denen sich die Vertragsparteien jetzt schon verpflichtet haben, bekommt das Thema Klimaschutz in den nächsten Jahren eine noch viel stärkere Relevanz für Investitionsentscheidungen sowie Beschaffungsprozesse entlang globaler Supply Chains. Klimaschutz bedeutet für die meisten Unternehmen daher eine große Chance. Jedoch ist auch klar, dass heute die Weichen gestellt werden müssen, um zukünftig nicht den Anschluss zu verpassen.

    5. Wie können sich Unternehmen mit ClimatePartner im Klimaschutz engagieren?

    Mit fast zehn Jahren Erfahrung wissen wir, wie Klimaschutz funktioniert. Unserer Erfahrung nach werden die Hürden und Probleme meist überschätzt, die Chancen und Möglichkeiten jedoch unterschätzt. Dabei gibt es heute sehr effektive Lösungen und Verfahren, um Klimaschutz entlang der Wertschöpfungskette zu etablieren und beispielsweise klimaneutrale Produkte anzubieten. Seit unserer Gründung 2006 haben wir erfolgreich mehr als 1.000 Unternehmen dabei unterstützt, sich sinnvoll im Klimaschutz zu engagieren. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie jetzt aktiv werden oder Ihr Engagement weiter ausbauen können, sprechen Sie uns an oder besuchen Sie die nächste ClimatePartner Academy , die wir zweimal jährlich an fünf Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz veranstalten.