15. Juni 2016

Zu Besuch in Indien – Klimaschutzprojekte und ihre lokale Wirkung

Vor einigen Wochen ist Simon Köppen, der bei uns das Portfolio der Klimaschutz-Projekte verantwortet, auf Einladung unseres Kooperationspartners Klima-Kollekte nach Indien gereist, um dort zwei Klimaschutzprojekte zu besuchen:

„Als ich in den Süden des Landes kam, fiel natürlich sofort auf, wie heiß und trocken es dort ist, auffällig auch die rote Erde, die man von Bildern kennt. Das Dorfleben sieht völlig anders aus als in Europa: die Kühe, die vielen Indern als heiligen Tiere gelten, leben mittendrin und gehören einfach ins Bild, niemals werden sie auf abgetrennte Weiden oder gar in den Kuhstall „verbannt“. Dies im Übrigen auch in den Städten, sie sind Teil des Stadtbilds, der teilweise chaotische Verkehr nimmt Rücksicht auf eine Kuh, die die Straße überquert.

Auf dem Land ist auch der Kuhdung eine natürliche Begleiterscheinung und liegt an verschiedenen Ecken herum. Ihn einzusammeln und als Energiequelle zu nutzen ist da nur konsequent.

Genau das geschieht in Karnataka: aus Kuhdung wird Biogas gewonnen und als Energie genutzt. Und in Andhra Pradesh nördlich von Visakhapatnam werden der Bevölkerung effiziente Kochöfen zur Verfügung gestellt. So verbessern diese beiden südindischen Projekte – neben der CO2-Einsparung – auch die Situation der Menschen vor Ort.

Natürlich waren die Menschen zunächst sehr skeptisch, denn diese Projekte stellten so Grundsätzliches wie die gewohnte Art zu Kochen in Frage: sie sollten plötzlich ganz andere Öfen nutzen, die weniger Holz verbrauchen. Oder gar kein Holz mehr verheizen, sondern mit Biogas kochen und Wasser erhitzen. Sie mussten also ihre Gewohnheiten ändern. Dass dies gelang, ist der Erfolg der Arbeit der lokalen Organisationen, die diese Projekte vor Ort betreiben. Am Anfang war einiges an Überzeugungsarbeit notwendig. Doch als die ersten einzelnen Haushalte gute Erfahrungen machten, ließen sich nach und nach immer mehr Dorfbewohner dafür gewinnen. Schließlich wurden auch die Erfahrungen und Vorschläge der Nutzer berücksichtigt, um die Öfen immer weiter zu verbessern.“

Die Fotos sollen einen kleinen Eindruck von der wirklich eindrucksvollen Reise geben: