21. Februar 2017

Impressionen aus Bagepalli

Andreas Reger aus unserem Carbon Offset-Team hat im Januar ein Projekt in Indien besucht: In Bagepalli im Süden von Indien erzeugen Privathaushalte Biogas aus Kuhdung und anderen organischen Abfällen. Das Biogas nutzen sie zum Kochen. Auf diese Weise spart jeder Haushalt in diesem Klimaschutzprojekt pro Jahr 2,78 Tonnen CO2. Wie viele unserer Projekte hat auch dieses weitere positive Effekte für die Bevölkerung. Die Familien sind wesentlich weniger schädlichen Abgasen ausgesetzt, die durch das traditionelle Kochen mit Feuer entstehen. Es entstehen Jobs vor Ort und insbesondere die Frauen gewinnen Zeit für andere Dinge, zum Beispiel für bezahlte Arbeit.

Andreas Reger war vor Ort, um sich ein Bild der Entwicklung dieses Projekts zu machen. Sein Eindruck:

„Der Kolar Distrikt im Bundesstaat Karnatka ist eines der am wenigsten entwickelten Gebieten in Indien, Arbeiter leben dort meist in ärmsten Verhältnissen. Die Wohnbedingungen sind kritisch: typische Öfen in den Häusern sind aus Lehm und Stein gebaut und werden mit Kerosin und Holz befeuert. Der Rauch, der dabei entsteht, ist sehr schädlich, entsprechend häufig sind Gesundheitsprobleme und ernsthafte Erkrankungen.

Hier setzt das Biogasanlagenprojekt von ClimatePartner an. Ich war mit unseren Partnern von FairClimateFund und Fairtrade sechs Tage lang vor Ort und habe mir ein Bild der Situation verschafft. In dieser Zeit habe ich den Menschen vor Ort zugehört, viele Fragen gestellt und viel Neues und Spannendes gesehen.

Als wir in den Dörfern ankamen, wurden wir herzlich empfangen: mit Blumenketten, Musik, Gesang und Willkommensritualen. Nahezu jeder Dorfbewohner wollte mir mit den Worten „Thank you“ die Hand schütteln – ich hatte nicht mit so viel persönlicher Dankbarkeit gerechnet und war gerührt.

Weiter ging es mit einer Fragerunde auf dem Dorfplatz im Schneidersitz, die Dorfbewohner erzählten von ihrer Erfahrung mit den Biogasanlagen. Mit einem Übersetzer besuchten wir mehrere Familien zu Hause, sie zeigten uns ihre Anlage und auch, wie sich ihre Lebensweise verändert hat.

Sie waren alle unheimlich stolz auf ihre Biogasanlagen. Jeder wollte unbedingt seine Anlage vorstellen und etwas zu essen kochen, um zu zeigen, wie es funktioniert und um Danke zu sagen. Vor allem aber sah ich an den Kindern, wie das Projekt ihr Leben verbessert: sie haben nun mehr Zeit für die Schule und können sich Dinge wie Fahrräder leisten. Für europäische Kinder ist das selbstverständlich – dort ist es neu, denn vorher mussten die Kinder mithelfen, Feuerholz zu sammeln. Da viele Wälder bereits abgeholzt sind, wurde der Weg immer weiter, etwa drei bis vier Kilometer. Gefährlich ist er auch.

Alle Familien, mit denen ich gesprochen habe, berichteten gleichermaßen über ihre Vorteile aus dem Projekt. Mehr Zeit, bessere Gesundheit – und es kommt hinzu, dass sich die Wälder in der Umgebung erholen und sogar vertriebene Tierarten zurückfinden.“