28. September 2010

Erstes Weingut in Deutschland mit einem „Company Carbon Footprint“

Seit 1986 wird im Weingut Zähringer in Heitersheim/Baden biologischer Weinbau betrieben. Stetig und aus Überzeugung arbeiten Wolfgang Zähringer und Paulin Köpfer daran, im Einklang mit der Natur Spitzenweine zu erzeugen und ein Unternehmen zu konzipieren, das zukünftigen Generationen keine Altlasten hinterlässt, sondern dazu beiträgt eine einmalige Kulturlandschaft zu erhalten. Als Teil dieser Unternehmensphilosophie wurde nun in Zusammenarbeit mit ClimatePartner, einer führenden Klimaschutzberatung, eine umfassende CO2-Studie erarbeitet. Trotz hoher Komplexität bei der Datenerhebung aufgrund des Pilotcharakters konnten wichtige Erkenntnisse zur Verbesserung der Klimaschutz-Bilanz erzielt werden.

Aufwändige Analysephase während 2 Jahren – CO2 Bindung durch Landwirtschaft schwer zu ermitteln

Die Reduktion klimaschädlicher Emissionen setzt voraus, dass man weiß wie viel Treibhausgase im Unternehmen tatsächlich emittiert werden und in welchen Bereichen die größten Emissionen anfallen. Seit Anfang 2008 wurde deshalb begonnen, die verschiedenen Bereiche des Weinguts – Weinbau, Kellerwirtschaft, Abfüllung und Vertrieb – intensiv zu analysieren. Ziel war es dabei, sowohl die Gesamtemissionen des Weinguts, als auch die produktbezogenen Emissionen pro Flasche Wein zu ermitteln.

Trinkt ein norddeutscher Kunde einen Wein, der in Baden angebaut wurde, wie wird dann der Warentransport in der CO2-Bilanz reflektiert? Wie viel CO2 wird durch biologische Begrünung im Weinberg gebunden? Bei der Berechnung der tatsächlichen CO2-Emissionen gibt es viele Punkte, die äußerst schwer zu quantifizieren sind und wo letztlich auch Schätzwerte hinzugezogen werden müssen.

Gesamtemissionen 80 Tonnen CO2 pro Jahr

Über das Projekt sagt Moritz Lehmkuhl, Geschäftsführer ClimatePartner: „Dank der engen Zusammenarbeit mit Zähringer und durch die umfangreiche, langjährige ökologische Kompetenz der Betriebsangehörigen konnte ClimatePartner wichtige Grundlagenarbeit für den Weinbereich aufbauen, aber auch eine pragmatische Herangehensweise für zukünftige Weinprojekte formalisieren.“

Besonders hervorzuheben bei der CO2-Bilanz von 80 Tonnen CO2 pro Jahr ist der geringe Wert der Emissionen des Unternehmens selbst, welchen das Weingut Zähringer durch den Einsatz von Ökostrom optimiert hat. Weiterhin nimmt das Weingut durch vollständigen Verzicht auf Kunstdünger, sowie bei der Verwendung von Mehrwegflaschen eine Vorreiterrolle im freiwilligen Klimaschutz ein.

Weitere Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen: Alternative Verpackungen, Vertriebsallianzen, weinbauliche Massnahmen und Heizung mit Blockheizkraftwerk

Um dem Ziel eines CO2-neutralen Unternehmens näher zu kommen, wurden folgende Maßnahmen erarbeitet:

  • Produkte / Verpackung: Alternative Verpackungsformen: (z.B. Bag in Box: CO2 Reduktion von bis zu 30%)
  • Logistik: Transportwege minimieren durch regionale und überregionale Vertriebskooperationen
  • Weinbau: Erneuerung des Fahrzeugparks und Vermeidung energieintensiver Rohstoffe (z.B. Holz- statt Stahlpfähle)
  • Heizung: Aufbau eines Blockheizkraftwerks mit Kraft-Wärme Kopplung begleitet mit baulichen Maßnahmen zur besseren Wärmedämmung.

Die Erstellung einer umfassenden CO2 –Bilanzierung und die Erarbeitung geeigneter Maßnahmen zur Senkung klimaschädlicher Emissionen kann letztlich nur ein Baustein in einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie sein. Um auch für zukünftige Generationen im Einklang mit der Natur einzigartige und authentische Spitzenweine zu produzieren, ist es für das Weingut Zähringer von zentraler Bedeutung klimaschädliche Auswirkungen des eigenen Wirtschaftens bestmöglich zu reduzieren.



« zurück