Kokosschalen und Sägespäne statt Brennholz

Unser Klimaschutzprojekt Bandeira und Capelli in Brasilien

Biomasse bei Bandeira und Capelli, Brasilien

Bandeira und Capelli sind zwei Keramikfabriken in Alagoas im Nordosten Brasiliens, die Dachziegel und Backsteine für den regionalen Markt herstellen. Brennöfen für Keramik werden hier traditionell mit Holz befeuert. Das verursacht erhebliche Mengen an CO2-Emissionen und ist einer der Gründe für massive Abholzung in der Caatinga, ein artenreiches und bereits bedrohtes Waldgebiet. Die beiden Keramikfabriken sind deshalb auf nachhaltige Brennstoffe umgestiegen: erneuerbare Biomasse wie Kokosnussschalen, Sägespäne, Zuckerrohrabfälle und nachhaltig angepflanzter Bambus.

Zusätzlich hat das Projekt für seine sozialen und ökologischen Verbesserungen zusätzlich zur CO2-Einsparung die Verifizierung gemäß Social Carbon Standard erhalten.

Bureau Veritas
Verifizierung
VCS, Social Carbon
Zertifikats-Typ
30.000
Jährliches Volumen (Tonnen CO2)

Beitrag zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Kein Hunger
Das Projekt unterstützt „Kitchen Brazil“: Mahlzeiten aus vor dem Wegwerfen „geretteten“ Lebensmitteln werden dreimal pro Woche in der Gemeinde verteilt.

Gesundheit und Wohlergehen
Die Ziegelei unterstützt Zahnarzt-Besuche der Mitarbeiter und lässt jede Woche eine Ärztin in den Betrieb kommen.

Hochwertige Bildung
Mitarbeiter erhalten Unterricht in Portugiesisch und Mathematik – in der Keramikindustrie ist die Analphabetenrate besonders hoch.

Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum
Sicherheit, Gesundheit und Weiterbildung für die Angestellten, technische Schulungen und Arbeit mit modernen Maschinen.

Nachhaltige Städte und Gemeinden
Partnerschaften mit Universitäten, Führungen von Schulklassen durch das Projekt und Kulturveranstaltungen: Sensibilisierung für Umweltthemen.

Nahhaltiger Konsum und Produktion
Effiziente Brennöfen mit erneuerbarer Biomasse. Die Asche wird zum Teil als Straßenbelag in den Betrieben wiederverwendet.

Klimaschutz
Erneuerbare Biomasse statt Holz: 30.000 Tonnen CO2 weniger pro Jahr.

Leben an Land
Das Projekt schützt wichtigen Lebensraum im Wald und damit die Artenvielfalt der Caatinga. In einem Reservat wird die fast ausgestorbene Vogelart Mutum-de-Alagoas wieder eingeführt.

Wie funktioniert Klimaschutz mit Biomasse?

Bei Biomasseprojekten wird Energie aus erneuerbarer Biomasse erzeugt: aus Abfällen wie Kokosnussschalen, Sägespänen, Holzabfällen, Resten aus der Zuckerrohrverarbeitung, Bambus oder auch Holz aus nachhaltigem Anbau. Dafür werden keine Wälder abgeholzt oder fossile Brennstoffe verbrannt – es spart somit CO2-Emissionen ein.
Meist kommt als zusätzliche Treibhausgasminderung hinzu, dass die eingesetzte Biomasse nicht unter freiem Himmel verrottet, also kein Methan (CH4) entsteht.