EmpCo Richtlinie 2026: Klare Regeln für Green Claims

27. Januar 2026

Wer im Supermarkt ein Produkt in die Hand nimmt, entscheidet oft in wenigen Sekunden, ob es in den Einkaufswagen wandert oder nicht. Verpackung, Farben und Worte vermitteln auf den ersten Blick, wie attraktiv ein Produkt wirkt – und auch wie nachhaltig. Begriffe wie „umweltfreundlich“, „nachhaltig“ oder „eco-friendly“ sind deshalb beliebte Aussagen von Herstellern.

Was davon belastbar ist, bleibt dabei oft unklar. Verbraucher:innen können schwer einschätzen, welche Aussagen verlässlich sind und welche vor allem die Kaufentscheidung beeinflussen sollen. Hier setzt die Empowering Consumers Directive (EmpCo) an. Sie verschärft und konkretisiert bestehende Regeln gegen irreführende Umweltkommunikation und schafft EU-weit einheitliche Vorgaben.

Mit der Abstimmung im Bundestag am 19. Dezember 2025 ist die nationale Umsetzung in Deutschland beschlossen. Sie erfolgt durch Änderungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), die ab dem 27. September 2026 verbindlich gelten. Umweltbezogene Werbeaussagen dürfen dann nur verwendet werden, wenn sie den Vorgaben der Richtlinie entsprechen.

Auch die Anforderungen für die Vergabe und Nutzung der ClimatePartner-Labels werden an die Vorgabe der EmpCo angepasst, damit Unternehmen ihre Klimaschutzmaßnahmen rechtssicher und glaubwürdig kommunizieren können.

Wen betrifft die Empowering Consumers Directive?

Die Richtlinie gilt für alle Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen in der EU vermarkten, unabhängig von Branche und Unternehmensgröße und unabhängig davon, wo sie erbracht oder hergestellt werden und wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Entscheidend ist allein, dass sich die Kommunikation an Verbraucher:innen im EU-Markt richtet.

Welche Aussagen und Umweltsiegel sind nicht mehr zulässig?

Die EmpCo macht deutlich, welche Formen der Klimaschutzkommunikation als irreführend gelten. Damit reduziert sie den bisherigen Interpretationsspielraum.

Nicht mehr zulässig sind insbesondere:

  • Pauschale oder vage Aussagen ohne belastbare Nachweise, 
    zum Beispiel „Umweltfreundlich hergestellt“
  • Irreführende Klimaneutralitäts- oder Kompensations-Claims
  • Nachhaltigkeitslabels ohne unabhängige Prüfung
  • Irreführende oder unbelegte Aussagen zu Reparierbarkeit oder Produktlebensdauer wie „Besonders langlebig“

Was bedeutet die EmpCo für Unternehmen?

Für Unternehmen bedeutet das: in der Umwelt- und Klimaschutzkommunikation müssen sie präziser formulieren, belastbare Nachweise bringen und klaren Prozessen folgen. Selbstdefinierte oder intransparente Labels sind nicht mehr zulässig.

Damit gewinnen EmpCo-konforme Siegel Glaubwürdigkeit und werden zu einem Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die bereits heute auf geprüfte und transparente Lösungen setzen, sind darauf besser vorbereitet.

Was bedeutet die EmpCo für die Labels von ClimatePartner?

Die neue Richtlinie verändert den Markt für Umweltsiegel grundlegend. Generische Claims und selbst kreierte Labels verlieren ihre Grundlage. Künftig sind nur noch Siegel oder Labels erlaubt, die nach klaren Kriterien vergeben werden und unabhängig überprüft sind.

Die Labels von ClimatePartner werden nach dem 27. September 2026 die neuen Anforderungen der EmpoCo vollständig erfüllen und damit eine rechtskonforme Kommunikation ermöglichen. 

Für ClimatePartner-Kunden, die bereits ein Label nutzen, bedeutet dies: Die Labels ClimatePartner-zertifiziert und Finanzieller Klimabeitrag bleiben grundsätzlich gültig und werden EmpCo-konform weiterentwickelt. ClimatePartner unterstützt seine Kunden bei den erforderlichen Anpassungen, damit sie ihre Klimaschutzkommunikation weiterhin rechtssicher gestalten können.  

Die Weiterentwicklung betrifft vor allem zusätzliche Prüfanforderungen, insbesondere die Einführung einer unabhängigen Drittverifizierung, wie sie die Richtlinie vorsieht.

Warum EmpCo eine Chance ist

Die Empowering Consumers Directive sorgt dafür, dass Umwelt- und Klimaschutzaussagen künftig klar, vergleichbar und überprüfbar sind. Für Verbraucher:innen bedeutet das eine bessere Orientierung. Für Unternehmen schafft sie ein einheitliches Regelwerk.  

In einem Markt, in dem Glaubwürdigkeit immer wichtiger wird, setzen sich diejenigen durch, die ihre Aussagen transparent und belastbar belegen können, damit Verbraucher:innen beim Einkaufen darauf vertrauen können, was auf einem Produkt steht und wie es beworben wird.