CO2 Äquivalente (CO2e)
Was sind CO2-Äquivalente (CO2e)
CO₂-Äquivalente (CO₂e) sind eine standardisierte Maßeinheit, die den Klimaeinfluss verschiedener Treibhausgase (THG) im Verhältnis zu Kohlendioxid (CO₂) ausdrückt.
Indem alle THG-Emissionen in die äquivalente CO₂-Menge umgerechnet werden, lassen sich ihre Erwärmungseffekte direkt vergleichen und zusammenfassen. CO₂e ist die Grundlage der Klimabilanzierung nach international anerkannten Standards wie dem GHG Protocol.
CO₂e macht es möglich, den gesamten Klimaeinfluss aller Treibhausgase in einer einzigen, vergleichbaren Zahl auszudrücken.
Unterschied von CO2 und CO2e
Im Diskurs über die Notwendigkeit der Reduktion von Emissionen liegt der Fokus häufig auf Kohlendioxid. Das liegt daran, dass CO2 das Treibhausgas ist, welches am häufigsten durch menschliche Aktivitäten freigesetzt wird und die größte Auswirkung auf die Erderwärmung hat. CO2 wird durch verschiedene industrielle Prozesse, einschließlich der landwirtschaftlichen Bodennutzung und der Produktion fossiler Brennstoffe, in die Atmosphäre freigesetzt. Es macht etwa 80 Prozent des gesamten Erderwärmungseffekts der derzeitigen weltweiten Emissionen aus.
Allerdings wird bei der Berechnung von CO2 nur eines von vielen Treibhausgasen berücksichtigt. Indem alle Emissionen in CO2e umgerechnet werden, wird auch der Effekt der anderen Hauptschadstoffe in der Atmosphäre auf die Erderwärmung einbezogen.
Erderwärmungspotenzial
Der Weltklimarat (IPCC) bestimmt das globale Erderwärmungspotenzial (Global Warming Potential - GWP) der sieben wichtigsten Treibhausgase und Gasgruppen:
- Kohlendioxid (CO2)
- Methan (CH4)
- Distickstoffoxid (N2O)
- Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC)
- Teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFC)
- Stickstofftrifluorid (NF3)
- Schwefelhexafluorid (SF6)
Das GWP eines jeden Treibhausgases wird im Verhältnis zum globalen Erderwärmungspotenzial von CO2 ausgedrückt, das auf 1 gesetzt wird. So beträgt das GWP von CH4 beispielsweise 28, was bedeutet, dass die Auswirkung von CH4-Emissionen auf die globale Erwärmung 28-mal höher ist als für die gleiche Menge an CO2.
Je höher das GWP eines Gases, desto stärker seine Erwärmungswirkung und desto wichtiger ist seine Berücksichtigung in jeder vollständigen Klimabilanz.

Wie werden CO2e berechnet?
Bei der CO2e-Berechnung wird die Menge des jeweiligen Treibhausgases mit seinem entsprechenden Wert für das Erderwärmungspotenzial multipliziert. Die sich daraus ergebende Zahl gibt die Menge an Kohlendioxid an, die emittiert werden müsste, um die gleiche Auswirkung auf die Atmosphäre zu haben.
CO2e werden in Masse berechnet und können, je nach Bedarf, in Kilogramm oder Tonnen angegeben werden.
Wozu werden CO2e verwendet?
CO2e werden immer dann verwendet, wenn ein Vergleich zwischen Treibhausgasen sinnvoll oder notwendig ist. Bei der Berechnung eines CO2-Fußabdrucks ist es beispielsweise üblich, die Gesamtmenge der Emissionen als CO2e auszudrücken. Das zeigt, dass nicht nur Kohlendioxid ausgestoßen wird. Aus diesem Grund werden auch Emissionsfaktoren im Allgemeinen als CO2e ausgedrückt.
Ein weiteres typisches Beispiel für die Verwendung von CO2e ist die Bestimmung von verifizierten Emissionsreduktionen (VERs), auch bekannt als „Carbon Credits“ oder CO2-Zertifikate, die ausgegeben werden, um die Wirkung von Klimaschutzprojekten zu messen. VERs werden auf dem Voluntary Carbon Market (VCM) – oder auch dem freiwilligen CO2-Markt – gehandelt. Ein VER entspricht dem Besitz einer Tonne Kohlendioxid oder deren Äquivalent in anderen Treibhausgasen, die gehandelt, verkauft oder stillgelegt werden kann.
CO₂e ist die universelle Sprache des Klimaschutzes überall dort, wo Emissionen gemessen, verglichen oder gehandelt werden.
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