Der CO2-Fußabdruck von Textilien: Herausforderungen und Lösungen
14. Januar 2026Den CO2-Fußabdruck von Textilien zu berechnen, ist für viele Unternehmen eine echte Herausforderung. Komplexe Lieferketten, zahlreiche Produktionsstufen und fehlende Primärdaten erschweren Transparenz und Vergleichbarkeit. Gleichzeitig steigen regulatorische Anforderungen, Kundenerwartungen und der Druck, belastbare Klimaziele zu erreichen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Unternehmen der Textilbranche produktbezogene Scope-3-Emissionen erfassen und daraus konkrete Reduktionsmaßnahmen ableiten – auch bei unvollständiger Datenlage. So schaffen Sie eine verlässliche Grundlage für Dekarbonisierung und SBTi-konforme Klimaziele.
Komplexe Lieferketten und fehlende Transparenz
Die textile Wertschöpfungskette ist vielschichtig. Unternehmen haben in der Regel direkte Geschäftsbeziehungen zu ihren Zulieferern in der Konfektion (Tier 1). Der Blick auf vorgelagerte Stufen – von der Stoff- und Garnherstellung (Tier 2 und 3) bis zur Rohstoffgewinnung (Tier 4) – bleibt oft eingeschränkt.
Gerade in diesen frühen Produktionsschritten entstehen jedoch die meisten Emissionen. Fehlende Primärdaten zu Energieeinsatz, Materialien oder Prozessen machen es schwierig, Emissionstreiber eindeutig zu identifizieren.
Für eine belastbare CO2-Bilanz ist das entscheidend: Produktbezogene Scope-3-Emissionen sind meist der größte Hebel im Corporate Carbon Footprint (CCF). Nur wenn auch Emissionen von Zulieferern und Subunternehmern berücksichtigt werden, entsteht ein vollständiges Bild und damit die Basis für gezielte Reduktion.
Fehlende Primärdaten: Warum Datenlücken kein Hindernis sein müssen
Viele Unternehmen zögern, mit der CO2-Bilanzierung zu starten, weil sie unsicher sind, ob ihre Daten ausreichen. Entlang der Lieferkette liegen Primärdaten häufig nur teilweise vor.
Entscheidend ist der Umgang mit diesen Datenlücken. Pauschale oder zu konservative Annahmen können Emissionen überschätzen und echte Reduktionspotenziale verdecken.
Genau hier setzt ClimatePartner an. Wir arbeiten mit einem skalierbaren Ansatz, der vorhandene Primärdaten nutzt und fehlende Informationen gezielt ergänzt. Wo Daten entlang der Lieferkette fehlen, greifen wir auf geprüfte, branchespezifische Referenzwerte für die Textilbranche zurück. Diese basieren auf 20 Jahren Erfahrung in der CO2-Bilanzierung von Textilien und werden transparent dokumentiert.
Sobald Primärdaten verfügbar sind, lassen sich Annahmen schrittweise ersetzen. So verbessert sich die Datenqualität kontinuierlich und mit ihr die Aussagekraft der CO2-Bilanz.
Gemeinsam mit Ihnen schließen wir Datenlücken und schaffen Transparenz entlang der textilen Wertschöpfungskette. Schritt für Schritt entsteht so ein belastbarer Product Carbon Footprint (PCF) auch bei zunächst unvollständiger Datenlage. Er bildet die Grundlage für eine fundierte und umsatzbare Dekarbonisierungsstrategie.
CO₂-Fußabdruck von Textilien berechnen
Der Product Carbon Footprint (PCF) bildet alle relevanten Emissionen eines Textilprodukts entlang der gesamten Wertschöpfungskette ab – von der Rohstoffgewinnung (TIER 4) bis zur Konfektionierenung (TIER 1).

Für die Berechnung erfassen wir mit dem ClimatePartner-Textilrechner alle wesentlichen Prozessdaten. Dafür benötigen wir wenige, aber belastbare Kerndaten, darunter das Nettogewicht des Produkts, die Faserzusammensetzung sowie die Produktionsländer der einzelnen Stufen. Fehlende Informationen ergänzen wir durch geprüfte Sekundärdaten, die sich später schrittweise durch Primärdaten ersetzen lassen.
Dank eigens entwickelter Emissionsfaktoren lassen sich viele Aktivitätsdaten granularer berechnen als mit Emissionsfaktoren aus gängigen Emissionsdatenbanken.
Der Textilrechner ermöglicht die zentrale Erfassung großer Datenmengen bei gleichzeitig detaillierter Auswertung auf Produktebene. So lassen sich Product Carbon Footprints (PCFs) einzelner Produkte ebenso berechnen wie der CO2-Fußabdruck ganzer Kollektionen. Die produktbezogenen Scope-3-Emissionen können anschließend in den Corporate Carbon Footprint (CCF) integriert werden.
Unser hybrider Ansatz – die Kombination aus Software und Beratung durch Expert:innen – unterstützt Sie bei der Datenerfassung und gibt Impulse zur Anpassung interner Prozesse, um diese künftig effizienter zu gestalten.
Nach der Berechnung: Emissionen reduzieren
Die Berechnung des Product Carbon Footprints schafft Transparenz. Entscheidend ist, was daraus folgt. Auf Basis der Ergebnisse identifizieren wir die größten Emissionstreiber entlang der Wertschöpfungskette und leiten daraus konkrete Reduktionsmaßnahmen ab.
Dekarbonisierung muss nicht kompliziert sein, erfordert aber Fachwissen. Gemeinsam entwickeln wir CO2-Reduktionsmaßnahmen, die Wirkung zeigen, wirtschaftlich sinnvoll sind und zu Ihrem Unternehmen passen. Daraus entsteht ein Plan, den Ihre Teams verstehen und zeitnah umsetzen können.
Ob der Verzicht auf Luftfracht, die Umstellung auf recycelte Materialien oder der Wechsel von Produktionsstandorten: Wir simulieren verschiedene Szenarien und machen die Wirkung jeder Maßnahme messbar.
Wissenschaftsbasierte Klimaziele nach SBTi für die Textilbranche
Wir begleiten Sie bei der Entwicklung wissenschaftsbasierter Klimaziele und unterstützen bei der Validierung durch die Science Based Targets initiative (SBTi). Dabei berücksichtigen wir die spezifischen Anforderungen der Textilbranche, insbesondere die SBTi-Guidance für Apparel und Footwear.
Reduktionsmaßnahmen sind dabei ein zentraler Bestandteil des Klimaziels. Auf Basis der berechneten Product Carbon Footprints und der identifizierten Emissionstreiber entwickeln wir konkrete Maßnahmen und ordnen sie klar entlang eines Zeitpfads ein.
Mit unserem speziell für die Bekleidungsbranche entwickelten Scope-3-Reduktionsleitfaden und fundierter Beratung entsteht ein individueller Dekarbonisierungsfahrplan. So wird nachvollziehbar, wie einzelne Maßnahmen zur Zielerreichung beitragen und wie sich Emissionen über die Zeit entwickeln.