Voluntary Carbon Market (VCM) - freiwilliger CO2-Markt

Was ist der freiwillige CO2-Markt? 

Der freiwillige CO2-Markt oder auch Voluntary Carbon Market (VCM) ermöglicht es, Unternehmen und Privatpersonen, ihren CO2-Fußabdruck freiwillig auszugleichen. Nach Berechnung des CO2-Fußabdrucks werden die Emissionen über Emissionszertifikate, welche durch Klimaschutzprojekte generiert werden, ausgeglichen. So wird dieselbe Emissionsmenge, die freigesetzt wird, an einer anderen Stelle eingespart.

Wie funktioniert der freiwillige CO2-Markt?

Da der Markt für die freiwillige Kompensation von Treibhausgasemissionen nicht reglementiert ist, haben NGOs eigene Zertifizierungsmechanismen entwickelt. Vorreiter sind der Verified Carbon Standard (VCS) und der Gold Standard. Solche Standards legen fest, wie Klimaschutzprojekte gestaltet und umgesetzt werden müssen. Je nach Standard sind die Schwerpunkte anders gesetzt. Einige prüfen die Klimawirkung von Projekten, andere begutachten zusätzlich soziale und ökologische Aspekte. Über alle Standards hinweg gibt es allgemeingültige Kriterien, die erfüllt sein müssen. Jedes Projekt wird auf Zusätzlichkeit, Dauerhaftigkeit und Vermeidung von Doppelzählungen überprüft und von unabhängigen Prüfern verifiziert.  

Es gibt auch Kombinationen der verschiedenen Standards. Die Projekteigenschaften und Erfolge werden häufig anhand der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) abgebildet. Zertifikate aus Projekten mit hohem ökologischem und sozialem Wert sind dabei für den freiwilligen CO2-Markt besonders attraktiv.

Wie groß ist der freiwillige CO2-Markt? 

Auf dem freiwilligen CO2-Markt wurden bis April 2022 wurden insgesamt etwa 1,5 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente (CO2e) reduziert (Voluntary Registry Offsets Database Berkley, 2022). Dies entspricht laut dem GHG emissions of all world countries - 2021 Report der EU etwa den durchschnittlichen jährlichen Emissionen von Russland.

Was ist der Unterschied zum regulierten Markt? 

Neben dem Voluntary Carbon Market gibt es den Compliance Markt, der die verbindlichen Klimaschutzverpflichtungen der Industrieländer bedient. Um die festgeschriebene Obergrenze für ihren CO2-Ausstoß einzuhalten, gleichen Regierungen, Unternehmen und andere Einrichtungen ihre Emissionen auf dem Compliance Markt aus. So erfüllen sie die Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls.  

Eine klare Trennung zwischen freiwilligem und verpflichtendem Markt wird zunehmend schwerer. In manchen Staaten, wie in Kolumbien, ist es mittlerweile möglich, Zertifikate von privaten Zertifizierungssystemen zu erwerben, um verbindliche Klimaschutzbestimmungen einzuhalten.  

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