FLAG-Emissionen SBTi-konform bewerten

4. Februar 2026

By Ugne Vaitiekunaite,  ClimatePartner Sustainability Expert


Emissionen aus Forstwirtschaft, Landnutzung und Landwirtschaft (Forest, Land and Agriculture, FLAG) verursachen rund 22 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Damit zählt FLAG nach den Sektoren Energie und Industrie zu den größten Emissionsquellen weltweit. Die Reduktion von FLAG-Emissionen ist entscheidend, um die Ziele des Pariser Abkommens und der Science Based Targets initiative (SBTi) zu erreichen. Selbst Unternehmen ohne direkte Verbindung zum Landsektor haben oft FLAG-Emissionen in ihren Lieferketten.

Wer sich mit Science-based Targets (SBTs) beschäftigt, ist FLAG-Emissionen bereits begegnet. Der Eindruck, dass diese Emissionen nur für Unternehmen in landintensiven Sektoren relevant sind, täuscht. Jedes Unternehmen, das SBTs festlegt, muss sie berücksichtigen.

Warum FLAG-Emissionen strategisch wichtig sind

FLAG-Bewertungen machen den SBT-Prozess zwar komplexer, schaffen aber auch die Chance, den eigenen CO₂-Fußabdruck besser zu verstehen. Unternehmen erkennen genauer, wo Emissionen entstehen und welche zusätzlichen Reduktionshebel bestehen. Nicht jedes Unternehmen muss ein FLAG-spezifisches Ziel festlegen, doch viele müssen bewerten, wie stark diese Emissionen ihren CO2-Fußabdruck beeinflussen.

Anders als reguläre Scope-1-bis-3-Emissionen betrachtet FLAG Landnutzung, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und andere Wertschöpfungskettenaktivitäten als separate Emissionskategorien, mit denen viele Unternehmen nicht vertraut sind. Die Daten in diesen Auswertungen sind oft fragmentierter und die Methoden wirken zunächst ungewohnt.

Dadurch erscheint FLAG oft als separate Herausforderung – tatsächlich ist es inzwischen eine zentrale Anforderung bei der Festlegung von Science-based Targets.

Wie FLAG-Bewertungen funktionieren

Für Unternehmen außerhalb FLAG-spezifischer Branchen entstehen diese Emissionen meist in der Lieferkette und damit in Scope 3. Das gilt auch für Unternehmen in Branchen, die scheinbar wenig mit Land oder Landwirtschaft zu tun haben, aber FLAG-bezogene Produkte wie Papier, Lebensmittel oder Holzmöbel einkaufen.

Scope-3-FLAG-Emissionen werden mit derselben Methodik wie ein regulärer CO₂-Fußabdruck berechnet: mit Aktivitätsdaten und lieferantenspezifischen oder sekundären Emissionsfaktoren. Unternehmen müssen FLAG-Emissionen jedoch nach Aktivitätstyp kategorisieren und separat ausweisen:

  • Landnutzungsänderung: Aktivitäten im Zusammenhang mit Landnutzungsänderungen, etwa Entwaldung
  • Landbewirtschaftung: Aktivitäten im Zusammenhang mit Düngemitteleinsatz, Bodendegradation etc.
  • Entnahmen: Aktivitäten zur Entnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre (CO2-Abscheidung) und CO2-Speicherung (z. B. Erhöhung des Bodenkohlenstoffs durch regenerative Landwirtschaftspraktiken)

Reguläre Emissionsfaktoren sind leichter verfügbar als lieferantenspezifische Emissionsdaten und decken alle genannten Quellen und Kategorien ab. Allerdings fehlt bisher meist eine detaillierte Aufschlüsselung. Deshalb hat ClimatePartner eine Lösung entwickelt, die automatisierte und effiziente Scope-3-FLAG-Emissionsbewertungen ermöglicht.

Vereinfachte FLAG-Bewertungen mit dem ClimatePartner-Hub

Über den ClimatePartner-Hub – ClimatePartners digitale Plattform für CO₂-Bilanzierung – werden die Daten analysiert. FLAG-relevante Emissionen lassen sich automatisch identifizieren und von anderen Emissionsquellen abgrenzen. So entsteht eine fundierte Grundlage, um auch große Datensätze schnell daraufhin zu prüfen, ob ein separates FLAG-Ziel erforderlich ist.

Unsere Berater:innen verfolgen laufend die Entwicklungen bei SBTi und dem GHG Protocol. Sie übersetzen komplexe methodische Anforderungen in einen klaren, pragmatischen Ansatz und stellen sicher, dass Bewertungen aktuell bleiben. Die Kombination aus Tool und persönlicher Beratung reduziert den internen Aufwand in Unternehmen und sorgt gleichzeitig für belastbare, SBTi-konforme Ergebnisse.  

FLAG-Anforderungen machen den Prozess komplexer, doch sie ermöglichen auch ein tieferes Verständnis der eigenen Wertschöpfungskette und zeigen neue Reduktionschancen auf. Mit der richtigen Unterstützung und dem richtigen Partner lassen sich FLAG- und SBTi-Erwartungen effizient erfüllen.