Was ist der VSME Standard?

Der Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs (VSME) ist ein freiwilliger Nachhaltigkeitsberichtsstandard. Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hat ihn für nicht börsennotierte, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entwickelt, im Dezember 2024 finalisiert und der Europäischen Kommission vorgelegt. Am 30. Juli 2025 hat die Europäische Kommission den VSME verabschiedet.

Der VSME bietet KMU einen klar strukturierten und angemessenen Rahmen, um Nachhaltigkeitsinformationen transparent offenzulegen. Der VSME soll KMU dabei helfen, effizient auf zunehmende ESG-Datenanfragen von größeren Geschäftspartner:innen, Banken und Investor:innen zu reagieren.

Der VSME umfasst zwei Module – Basis und Umfassendes Modul – und basiert auf bestehenden Rahmenwerken wie dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex und Carbon Disclosure Project (CDP) für KMU.

Warum der VSME wichtig ist

Nachhaltigkeitsdaten werden zunehmend zum festen Bestandteil wirtschaftlicher Entscheidungen in Europa. Auch kleine und mittlere Unternehmen stehen deshalb häufiger vor der Aufgabe, ESG-Informationen bereitzustellen. Der VSME unterstützt KMU dabei:

  • auf Datenanfragen in der Lieferkette zu reagieren
  • den Zugang zu Finanzierung zu verbessern
  • Stakeholder-Erwartungen zu ESG-Themen zu erfüllen
  • sich auf künftige regulatorische Änderungen vorzubereiten
  • Verwaltungskosten durch einen gemeinsamen Berichtsstandard zu senken.

Mit dem EU-Omnibus-Vorschlag 2025, der die Relevanz freiwilliger Rahmenwerke wie dem VSME voraussichtlich erweitert, könnten mehr Unternehmen als ursprünglich erwartet von der Einführung profitieren.

Wer kann den VSME nutzen?

Der VSME richtet sich an nicht börsennotierte Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen gemäß Artikel 3 der Richtlinie 2013/34/EU. 

Unternehmen außerhalb der EU oder solche, die diese Schwellenwerte überschreiten, können den VSME freiwillig übernehmen.

VSME-Struktur: zwei Berichtsmodule

Basismodul (Mindestanforderung)

Das Basismodul umfasst 11 Offenlegungen:

  • Allgemeine Informationen (2)
  • Umweltkennzahlen (5), einschließlich Scope-1-, standortbasierte Scope-2- und optionale Scope-3-Emissionen (falls zutreffend)
  • Soziale Kennzahlen (4)

Umfassendes Modul (optionale Erweiterung)

Dieses Modul ergänzt das Basismodul um zusätzliche Offenlegungen:

  • Allgemeine Informationen (2)
  • Umweltkennzahlen (2), einschließlich Klimaziele und Dekarbonisierungspläne
  • Soziale Kennzahlen (3)
  • Governance-Kennzahlen (2)

Unternehmen müssen immer das Basismodul ausfüllen. Das umfassende Modul kann nicht eigenständig verwendet werden. 

Kernkonzept: Das „falls zutreffend"-Prinzip

Der VSME ersetzt traditionelle Wesentlichkeitsanalysen durch ein „falls zutreffend"-Prinzip:

Macht ein Unternehmen eine der obenstehenden Angaben nicht, gilt sie als nicht relevant. Für jede Offenlegung sind eindeutige Kriterien definiert. So vermeiden KMU komplexe Bewertungen und sorgen gleichzeitig für Transparenz. 

Vorteile der VSME-Einführung

  • Vereinfachtes ESG-Reporting für KMU
  • Mehr Glaubwürdigkeit durch transparente Nachhaltigkeitsdaten
  • Weniger Einzelanfragen zu ESG-Themen und somit weniger Aufwand
  • Verbesserter Zugang zu Finanzierung, Beschaffung und Partnerschaften
  • Vorbereitung auf künftige Vorschriften

VSME versus CSRD und Omnibus

Während die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung für große Unternehmen vorschreibt, bietet der VSME eine freiwillige Alternative für KMU. Sollte der Mitarbeitendenschwellenwert der CSRD – wie im Omnibus-Vorschlag vorgesehen – von 250 auf 1.000 steigen, dürfte der VSME für eine größere Gruppe von Unternehmen zum zentralen Berichtsinstrument werden.

Wird VSME-Reporting geprüft?

Nein, der VSME ist freiwillig und erfordert keine Prüfung oder Aufnahme in den Jahresabschluss. Unternehmen können die Angaben jedoch in umfassendere Nachhaltigkeitsberichte integrieren.

Der VSME bietet KMU einen flexiblen, praxisnahen Rahmen, um am nachhaltigen Wandel teilzunehmen, auf Geschäftspartner:innen zu reagieren und sich auf regulatorische Veränderungen vorzubereiten. Obwohl freiwillig, entspricht er umfassenderen ESG-Erwartungen und unterstützt langfristige Wettbewerbsfähigkeit in zunehmend klimabewussten Märkten.

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