Nachhaltige Verpackungen: 5 Wege zu weniger Emissionen

28. Januar 2026

Von Luke Millspaugh, ClimatePartner USA


Unternehmen tragen zunehmend Verantwortung für die Emissionen ihrer Verpackungen, unabhängig davon, ob diese bei Vorlieferanten entstehen.

Vorschriften zur erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) wie die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR), verpflichten Hersteller dazu, Umweltauswirkungen zu messen, Verbesserungen nachzuweisen und Materialentscheidungen zu überdenken.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungen von Unternehmen und Verbraucher:innen. Große Marken wie PepsiCo und Nike fordern inzwischen produktbezogene Emissionsdaten von Lieferanten, um Beschaffungsentscheidungen zu treffen. Auch Verbraucher:innen achten darauf: Fast 40 Prozent geben an, die Marke gewechselt zu haben, weil ein Wettbewerber nachhaltigere Verpackungen anbot.

Doch echter Fortschritt erfordert nicht die komplette Neuerfindung Ihrer Verpackungsstrategie. Mit den richtigen Daten und Tools können Unternehmen Emissionen Schritt für Schritt reduzieren und gleichzeitig Vertrauen bei Kund:innen aufbauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.

5 Strategien für weniger Emissionen bei Verpackungen

1. Den Product Carbon Footprint berechnen

Der Product Carbon Footprint (PCF) erfasst die Emissionen einer Verpackungslösung über ihren gesamten Lebenszyklus - von Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Distribution. PCFs liefern nicht nur eine einzelne Zahl, sondern schlüsseln Emissionen nach Lebenszyklusphase auf. So wird sichtbar, wo die größten Reduktionspotenziale liegen.

PCFs ermöglichen Verpackungsherstellern direkte Vergleiche zwischen Materialien und Verpackungsarten. Für Unternehmen liefern sie produktbezogene Daten, die zunehmend von Kund:innen, Handel und Einkauf gefordert werden.

Wichtig: PCFs machen Nachhaltigkeit von einem abstrakten Ziel zu einem datenbasierten Entscheidungsinstrument.

 

2. Auf emissionsärmere Materialien umsteigen

Sobald Hotspots identifiziert sind, ist die Materialwahl oft der stärkste Hebel für die Dekarbonisierung. Neukunststoffe und Schaumstoffe auf Erdölbasis sind aufgrund von Kosten und Verfügbarkeit noch weit verbreitet - doch sie gehören zu den CO₂-intensivsten Verpackungsmaterialien und stehen zunehmend im Fokus von Behörden und Kund:innen.

Viele emissionsärmere Alternativen sind bereits verfügbar. Recycelte und biobasierte Polymere lassen sich oft in bestehende Verpackungsformate und Lieferketten integrieren und liefern sofortige CO₂-Einsparungen während langfristige Neugestaltungen für Wiederverwendung oder Recyclingfähigkeit entwickelt werden. In vielen Fällen reduziert ein Materialwechsel die Verpackungsemissionen um 40 bis 90 Prozent.

Bei der Modellierung von Reduktionspotenzialen gängiger Kunststoffmaterialien stützen wir uns auf aktuelle Forschungsergebnisse und eigene Primärdaten der Emissionsfaktoren.

 

3. Auf erneuerbare Energien umsteigen

Energieverbrauch ist ein wesentlicher Treiber von Emissionen in der Verpackungsproduktion – besonders bei stromintensiven Prozessen wie Formen, Extrusion und Umformung.

Für Hersteller, die durch bestehende Anlagen oder Kapitalinvestitionen eingeschränkt sind, bietet der Wechsel zu erneuerbarer Energie eine der schnellsten und skalierbarsten Reduktionsoptionen.

Über Herkunftsnachweise (HKN) können Unternehmen beispielsweise verifizierte erneuerbare Energie beziehen, ohne Energieversorger zu wechseln oder eigene Erzeugungsanlagen zu installieren. Das reduziert Scope-2-Emissionen sofort um bis zu 100 Prozent. Für Unternehmen bedeutet das auch weniger Scope-3-Emissionen, wenn Lieferanten auf erneuerbare Energien umsteigen.

 

4. Einkäufe mit Klimaschutz verknüpfen

Digitale Integrationen ermöglichen es, Emissionsdaten aus der internen Berichterstattung in die Customer Journey zu übertragen. Durch die Verknüpfung von Transaktionsdaten mit einem bereits berechneten PCF können API-Integrationen die Emissionen eines bestimmten Verpackungsformats oder Produkts anzeigen und Kund:innen beim Check-out die Option bieten, einen entsprechenden Betrag für Klimaschutzprojekte beizutragen.

Das schafft eine klare und glaubwürdige Verbindung zwischen Kaufentscheidungen und Emissionsauswirkungen bei geringem operativem Aufwand. Automatisierte, transaktionsspezifische Berechnungen und Echtzeit-Buchungen von Beiträgen zu Klimaschutzprojekten verbessern die Datenqualität, reduzieren manuelle Arbeit und verknüpfen Klimaschutz mit Verkäufen.

 

5. Eine Nachhaltigkeitszertifizierung erhalten

Klimaschutz schafft nur dann Mehrwert, wenn er klar und glaubwürdig kommuniziert wird. Verpackungen sind oft der erste physische Kontakt zwischen Produkt und Kund:innen und damit ein starker Kanal für transparente Nachhaltigkeitskommunikation.

Eine Zertifizierung schafft Glaubwürdigkeit.

Das Label ClimatePartner-zertifiziert basiert auf globalen Standards zur CO₂-Bilanzierung und steht für messbare Maßnahmen, die durch Daten, Reduktionsbemühungen und verifizierte Wirkung belegt sind. Jedes gelabelte Produkt erhält eine individuelle Climate-ID-Website, die über einen QR-Code oder Link zugänglich ist. Stakeholder können Emissionsdaten, Reduktionsmaßnahmen und unterstützte Klimaschutzprojekte einsehen. Diese Transparenz schafft Vertrauen und macht Verpackungen zu einem sichtbaren Signal für Verantwortung im Klimaschutz.

Nachhaltige Verpackungen als strategischer Vorteil

Die Erwartungen an Verpackungen steigen weiter. Unternehmen haben die klare Chance, Emissionsreduktion in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln.

Indem Entscheidungen auf produktbezogenen Emissionsdaten basieren und praktische, skalierbare Lösungen angewendet werden - von emissionsärmeren Materialien bis zu erneuerbaren Energien - können Unternehmen messbare Fortschritte erzielen, ohne Prozesse und Systeme neu aufsetzen zu müssen.

In Kombination mit transparenter Kommunikation und glaubwürdiger Zertifizierung reduzieren diese Maßnahmen nicht nur Emissionen, sondern stärken auch das Vertrauen bei Kund:innen, erfüllen Beschaffungsanforderungen und positionieren Unternehmen in einem sich schnell verändernden Markt.

Kontaktieren Sie uns und sprechen Sie mit Expert:innen darüber, wie Sie Verpackungsemissionen reduzieren und gleichzeitig Mehrwert schaffen können.