Was bedeutet Net Zero?

Definition von Net Zero

Net Zero („Netto-Null“) bedeutet, dass ein Unternehmen genauso viele Treibhausgase bindet, wie es freisetzt. Die Summe der Emissionen liegt somit bei null.

Im Kontext von Klimaschutz für Unternehmen hat die Science Based Targets Initiative (SBTi) den Begriff erstmals definiert. Indem wir Netto-Null-Emissionen (englisch: net zero emissions) erreichen, bringen wir den globalen Kohlenstoffkreislauf wieder ins Gleichgewicht.

Warum ist Net Zero so wichtig?

Ohne rasche und drastische Senkung der Emissionen lässt sich das zentrale Ziel des Pariser Abkommens – die Erderwärmung auf maximal 1,5 °C zu begrenzen – nicht mehr erreichen. Klimaforscher:innen warnen davor, dass schon Anfang der 2030er-Jahre Kipppunkte wie das Abschmelzen der Polarkappen oder das Absterben des Amazonas erreicht werden. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie stark Emissionen reduziert werden, sondern wie schnell. 

Was unterscheidet Net Zero von Klimaneutralität? 

Die Begriffe „Net Zero“ und „Klimaneutralität“ („carbon neutral“ oder „climate neutral“) werden oft verwechselt. Dabei gibt es wichtige Unterschiede.

In der Praxis bezeichneten viele Unternehmen sich selbst oder ihre Produkte als klimaneutral, sobald sie ihren CO₂-Fußabdruck mit CO₂-Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten kompensiert hatten. Standards wie ISO 14068-1 stellen strengere Anforderungen und verlangen zuerst Reduktion. Verbreitet war aber die reine Kompensation.

Net Zero geht weiter. Hier hat Reduktion Vorrang. Nur die verbleibenden Restemissionen werden durch technische oder natürliche Maßnahmen wie Aufforstung wieder aus der Atmosphäre entfernt. Klimaschutzprojekte zu finanzieren bleibt wichtig, ersetzt aber keine Reduktion.

Wie Unternehmen Net Zero erreichen

Unternehmen spielen eine entscheidende Rolle bei der Erreichung von Net Zero. Mit dem Corporate Net-Zero-Standard der SBTi verpflichten sich Unternehmen, ihre Treibhausgasemissionen aus Scope 1, 2 und 3 bis spätestens 2050 um mindestens 90 Prozent zu reduzieren.

Die verbleibenden Emissionen müssen durch die Finanzierung von Klimaschutzprojekten wie Direct Air Capture (DAC) oder natürliche Maßnahmen wie Aufforstung neutralisiert werden.

EmpCo-Regeln für Klimaaussagen

Ab dem 27. September 2026 gilt in der EU die Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo, EU 2024/825). Sie regelt auch, wie Unternehmen über Net-Zero-Ziele kommunizieren.

Wer ein Zukunftsziel wie „Net Zero bis 2040“ ankündigt, braucht einen detaillierten und realistischen Umsetzungsplan mit messbaren, zeitgebundenen Zielen. Unabhängige Sachverständige müssen die Fortschritte regelmäßig prüfen, und die Ergebnisse müssen öffentlich zugänglich sein. Ein validiertes Science-Based Target ist ein guter Ausgangspunkt, ersetzt diese laufende Prüfung aber nicht.

EmpCo verbietet außerdem Aussagen, ein Produkt habe aufgrund von Kompensation neutrale, verringerte oder positive Auswirkungen auf das Klima. Produktaussagen wie „klimaneutral“ oder „CO₂-neutral“, die auf CO₂-Zertifikaten beruhen, sind damit nicht mehr zulässig. Das gilt auch für allgemeine Umweltaussagen, die Unternehmen nicht mit einer anerkannten hervorragenden Umweltleistung belegen können.

Unternehmen können ihr Engagement für Klimaschutzprojekte weiterhin kommunizieren, wenn sie es transparent als finanziellen Klimabeitrag darstellen und nicht als neutrale Klimawirkung.

Klimaschutzprojekte: CO₂ vermeiden oder entfernen?

Auf dem Weg zu Net Zero sind Klimaschutzprojekte unverzichtbar. Sie helfen dabei, Emissionen zu vermeiden oder aus der Atmosphäre zu entfernen.

CO₂-Vermeidung heißt: Treibhausgase gar nicht erst entstehen lassen. Beispiele dafür sind der Ausbau erneuerbarer Energien oder Waldschutz.

CO₂-Entfernung oder –Bindung (carbon removal) hingegen bedeutet: Bereits freigesetztes CO₂ wird der Atmosphäre wieder entzogen. Neben natürlichen Methoden wie Aufforstung werden technische Lösungen immer wichtiger. Besonders vielversprechend ist „Direct Air Capture and Storage“ (DACS): Dabei wird CO₂ direkt aus der Luft gefiltert und dauerhaft gespeichert.

Das gelingt mit dem Net-Zero-Standard der Science Based Targets Initiative (SBTi). Dabei setzen sich Unternehmen ein kurzfristiges Reduktionsziel und verpflichten sich, Scope-1-, -2- und -3-Emissionen um mehr als 90 Prozent bis 2050 zu reduzieren. Die restlichen Emissionen werden mit Maßnahmen neutralisiert, die der Atmosphäre CO2 entziehen. Das gelingt zum Beispiel mit Technologien wie Direct Air Capture (DAC). Zusätzlich empfiehlt der SBTi-Net-Zero-Standard die Finanzierung von Klimaschutzprojekten, um Emissionen zu vermeiden und so das eigene Engagement im Klimaschutz zu unterstreichen.

Net Zero – eine Chance für Unternehmen

Das 1,5-Grad-Ziel wurde in einzelnen Monaten bereits überschritten. Trotzdem bleibt Net Zero ein entscheidender Hebel, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abzuwenden. Unternehmen können dazu wesentlich beitragen, indem sie ihre Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich reduzieren und in Höhe der restlichen Emissionen Klimaschutzprojekte finanzieren. Net Zero reduziert klimabedingte Risiken. Gleichzeitig entstehen durch nachhaltige Produkte oder effiziente Technologien auch neue Chancen für Wachstum und Fortschritt.

 


 

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Hinweis: Der Leitfaden ist derzeit nur auf Englisch verfügbar.

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