Science-based Targets (SBTs)
Was sind Science-based Targets?
Mit Science-based Targets (SBTs oder auch wissenschaftsbasierte Ziele) können Unternehmen Ziele für die Reduktion von Treibhausgasen (THG) festlegen, die mit den neuesten Erkenntnissen der Klimawissenschaft in Einklang stehen. Science-based Targets stellen sicher, dass die Strategie zur Dekarbonisierung eines Unternehmens mit dem Ziel einhergeht, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, so wie es das Pariser Abkommen vorgibt.
Science Based Targets initiative (SBTi)
Die 2015 gegründete Science Based Targets initiative (SBTi) bietet Unternehmen einen weltweit anerkannten Rahmen für den Klimaschutz. 2021 wurde der Corporate Net-Zero Standard eingeführt, der für Unternehmen die Kriterien für kurz- und langfristige SBTs festlegt. Mehr als 10.000 Unternehmen haben ihre Ziele bereits durch die SBTi validieren lassen.
- Kurzfristige Ziele decken einen Zeitraum von fünf bis 10 Jahren ab und treiben die unmittelbare Emissionsreduktion voran.
- Langfristige Ziele definieren den Weg zu Netto-Null-Emissionen, spätestens bis 2050.
SBTi Corporate Net-Zero Standard Version 2.0 (CNZS 2.0)
Im Juni 2026 hat die SBTi die Version 2.0 ihres Corporate Net-Zero Standards veröffentlicht. Die umfassende Überarbeitung des Standards verschiebt den Fokus für Unternehmen von der Zielsetzung hin zur konkreten Umsetzung von Klimaschutz: Unternehmen bekommen ein erweitertes Werkzeug an die Hand, um wissenschaftsbasierte Ziele zu setzen und zu erreichen.
Die wichtigsten Änderungen in CNZS 2.0
- Separate Scope-1- und Scope-2-Ziele mit mehreren Zielsetzungsmethoden: etwa absolute Reduktion, Intensitätsreduktion, Asset-Transition-Pläne oder dem Anteil erneuerbarer Energien.
- Abgestufte Unternehmensverantwortung nach Größe, Branche und Geografie: einschließlich einer verpflichtenden Carbon-Removal-Anforderung (ab 2035) für große Unternehmen in Hocheinkommensländern
- Verpflichtende Governance, Transition Planning und externe Prüfung als Teil des Zielsetzungsprozesses
- Umsetzungshierarchie: Unternehmen müssen direkte Emissionsreduktionen priorisieren, bevor indirekte Maßnahmen wie die Finanzierung von Klimaschutzprojekten zum Einsatz kommen
Zeitplan für CNZS 2.0
Unternehmen können bereits jetzt mit der Vorbereitung ihrer Ziele nach Version 2.0 beginnen. Das SBTi Services Validation Portal soll voraussichtlich in Q1 2027 für V2.0-Einreichungen öffnen. Ab Februar 2028 wird Version 2.0 für alle neuen Zieleinreichungen verpflichtend. Unternehmen mit bereits validierten Zielen nach früheren Versionen können diese bis zum Ende ihres aktuellen Zielzyklus weiternutzen.
Science-based Targets und Net Zero
Ein umfassender Corporate Carbon Footprint (CCF) über alle Scopes und Kategorien des GHG Protocol bildet die Grundlage für die Entwicklung von SBTs. Das GHG Protocol liefert einen standardisierten, vergleichbaren Rahmen für die Berechnung von Emissionen.
Der CCF schafft die Ausgangsbasis, von der aus Unternehmen:
- Ihre größten Emissionsquellen identifizieren
- Reduktionen über Scopes und Kategorien hinweg definieren
- und die wirksamsten Reduktionshebel priorisieren können.
Das Ziel: Unternehmen erreichen Netto-Null durch transparente, wissenschaftsbasierte Zielsetzung. Damit schützen sie nicht nur das Klima, sondern kommen auch der steigenden Nachfrage von Investoren und Stakeholdern nach.
Science-based Targets für Scopes 1 und 2
Scope-1- und Scope-2-Emissionen entstehen bei den internen Abläufen eines Unternehmens.
Daher empfiehlt die SBTi, dass die SBTs 90 Prozent dieser Emissionen unternehmensweit einbeziehen sollten, wenn es um kurzfristige Ziele geht, und 95 Prozent auf dem langfristigen Weg zu Net Zero und zur Dekarbonisierung in Richtung 1,5 °C. Unternehmen können sogar anstatt ein prozentuales Reduktionsziels ein separates Scope-2-Ziel festlegen, indem sie sich verpflichten, auf erneuerbare Energien umzusteigen. Absolute Reduktionsziele fassen Scopes 1 und 2 zusammen, da ein Unternehmen direkten Einfluss auf diese Emissionen hat.
Science-based Targets für Scope 3
Scope-3-Emissionen, die alle indirekten Emissionen in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens umfassen, machen oft 75 Prozent oder mehr der Gesamtemissionen aus.
Diese Emissionen sind für Unternehmen schwer zu berechnen, da unklar ist, wie genau die Emissionen außerhalb des eigenen Betriebs ermittelt werden können. Das erschwert es, Ziele für Scope 3 zu definieren. Unternehmen profitieren deshalb von einem starken Ansatz zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und einer Strategie zur Einbindung von Lieferanten, die Emissionen anhand von Daten messbar macht.
Im Vergleich zu Scopes 1 und 2 sollten kurzfristige SBTs für Scope 3 67 Prozent der Emissionen und 90 Prozent für Net Zero abdecken.
Science-based Targets mit ClimatePartner
ClimatePartner unterstützt Unternehmen dabei, SBTs zu verstehen, zu definieren und Strategien zu entwickeln, wie die priorisierten Reduzierungsziele erreicht werden.