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Climate Tech: Welche Technologien stecken hinter Klimaschutz-projekten?

Die Climate-Tech Kategorien im Überblick

Die Welt steuert auf 2,3–2,5 °C Erwärmung zu. Das 1,5-°C-Ziel ist mit den aktuellen Maßnahmen nicht erreichbar. Emissionsreduktion innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette ist der wichtigste Hebel. Doch sie allein reicht nicht aus.

Genau hier setzen Klimaschutzprojekte an. Sie nutzen unterschiedliche Technologien – von Waldschutz über effiziente Kochöfen bis zu Direct Air Capture. Diese Technologien werden unter dem Begriff Climate Tech zusammengefasst: Technologien, die Treibhausgasemissionen senken (CO₂-Reduktion), CO₂ aus der Atmosphäre entfernen (CO₂-Bindung) oder verhindern, dass Emissionen in die Atmosphäre gelangen (CO₂-Vermeidung).

Klimaschutzprojekte beruhen auf unterschiedlichen Climate-Tech-Lösungen. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Technologien – von naturbasierten Ansätzen bis zu technischen Lösungen zur CO₂-Bindung. 

Bäume von unten
Aufforstung, Wiederaufforstung und Revegetation (ARR)

Aufforstung, Wiederaufforstung und Revegetation (ARR)

Kategorie: CO₂-Bindung | Naturbasierte Lösung

Aufforstungs-, Wiederaufforstungs- und Revegetationsprojekte (ARR) schaffen neue Wälder oder regenerieren degradierte Flächen durch Baumpflanzungen oder Bodenschutzmaßnahmen. Bäume und Pflanzen nehmen Kohlenstoff auf und speichern ihn in Holz und Boden. Die Projekte schaffen Lebensraum für Tiere und Pflanzen und erhöhen damit die Biodiversität. Bäume und Sträucher festigen mit ihren Wurzeln den Boden und verhindern so Erosionen.

Projektbeispiel: Aufforstung mit Spekboom, Ostkap, Südafrika

 Aufforstung-Wiederaufforstung-und-Revegetation
Biogas
biogas

Biogas

Kategorie: CO₂-Reduktion | Erneuerbare Energien

Biogas-Projekte nutzen organische Abfälle, Gülle oder landwirtschaftliche Rückstände, um erneuerbare Energie zu erzeugen. In Biogasanlagen vergärt Biomasse in luftdicht abgeschlossenen Faulbehältern zu Biogas. Ohne die Anlagen würden Methanemissionen bei der Lagerung der Abfälle in die Atmosphäre entweichen. In Ländern wie Indien oder Vietnam verwenden Familien das Gas aus Kleinbiogasanlagen zum Kochen oder ersetzen Holzkohle. Haushalte, die Kleinbiogasanlagen nutzen, senken ihre Energiekosten und werden finanziell entlastet.

Projektbeispiel: Umweltfreundlich kochen mit Biogas, Punjab, Indien

Blue Carbon

Blue Carbon

Kategorie: CO₂-Bindung | Naturbasierte Lösung

Blue Carbon bezeichnet den Kohlenstoff, den Meeres- und Küstenökosysteme wie Mangroven, Seegraswiesen und Salzwiesen speichern. Diese Lebensräume binden große Mengen CO₂ und spielen eine entscheidende Rolle im Klimaschutz. Blue-Carbon-Projekte renaturieren Mangrovenwälder und schützen wertvolle Küstenökosysteme. Die Küstensysteme reduzieren darüber hinaus Erosion und mindern die Auswirkungen von Stürmen, Überschwemmungen und Tsunamis.

Projektbeispiel: 225.000 Hektar Mangrovenwald wiederherstellen, Sindh, Pakistan

blue-carbon
Carbon Capture and Utilisation (CCU)
carbon-capture

Carbon Capture and Utilisation (CCU)

Kategorie: CO₂-Bindung | Technische Lösung

Bei der CO₂-Abscheidung und Nutzung (CCU) werden CO₂-Emissionen aus industriellen Prozessen entnommen und als Rohstoff weiterverwendet – etwa für die Herstellung von Beton, Treibstoffen, Chemikalien oder Kunststoffen. Der Kohlenstoff wird so zeitweise gespeichert und findet gleichzeitig eine wirtschaftliche Nutzung. Davon profitieren vor allem emissionsintensive Industrien wie die Zement-, Stahl- und Chemieindustrie, in denen Emissionen schwer zu vermeiden sind.

Projektbeispiel: Aus Abfall wird ein CO2-Speicher, Bristol, Großbritannien

Effiziente Kochöfen

Effiziente Kochöfen

Kategorie: CO₂-Reduktion | Energieeffizienz

Rund ein Drittel der Weltbevölkerung ist auf umweltschädliche Kochmethoden angewiesen (WHO, 2024). Dazu gehören zum Beispiel das Kochen über offenem Feuer oder die Verwendung umweltschädlicher Brennstoffe wie Kohle. Effiziente Kochöfen schaffen Abhilfe, indem sie die Wärmeenergie effizienter nutzen. Sie reduzieren den Brennstoffverbrauch um bis zu 70 Prozent – und damit auch die CO₂-Emissionen. Gleichzeitig sinkt der Druck auf die lokalen Wälder, da weniger Feuerholz gesammelt werden muss.

Projektbeispiel: Verbesserte Luft in Innenräumen, landesweit, Somalia

Effiziente-Kochöfen
Klimaoptimierte Waldbewirtschaftung (IFM)
Klimaoptimierte-Waldbewirtschaftung

Klimaoptimierte Waldbewirtschaftung (IFM)

Kategorie: CO₂-Vermeidung und CO₂-Bindung | Naturbasierte Lösung

Rund 10 bis 15 Prozent der globalen CO₂-Emissionen entstehen durch Entwaldung und Degradierung. Klimaoptimierte Waldbewirtschaftung (Improved Forest Management) zielt darauf ab, die Kohlenstoff-Speicherkapazität des Waldes zu erhöhen und ihn langfristig zu erhalten. Zu den Maßnahmen zählen längere Umtriebszeiten, reduzierte Holzentnahme oder der vollständige Verzicht auf Nutzung.

Projektbeispiel: Waldbewirtschaftung schafft Perspektiven für die Maya-Gemeinschaft, Quintana Roo, Mexiko

Meeresschutz

Meeresschutz

Kategorie: Meeresschutz | Umweltschutz

Der Ozean speichert ein Viertel des CO₂ aus der Atmosphäre und sogar 93 Prozent der Wärme aus dem Treibhauseffekt – er ist damit eine wesentliche Bremse des Klimawandels. Erwärmung, Überfischung, Schadstoffe und Müll gefährden diese ausgleichende Funktion. Über 12 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer. Gerade in Entwicklungsländern fehlt oft die Infrastruktur zur richtigen Entsorgung. Verschiedene Initiativen verhindern, dass Plastikmüll ins Meer gelangt und engagieren sich gleichzeitig für verbesserte Lebensbedingungen der Sammlergemeinschaften.

Projektbeispiel: Plastik sammeln an küstennahen Regionen, weltweit

Meeresschutz
Mikrokredite
Mikrokredite

Mikrokredite

Kategorie: CO₂-Reduktion | Social Impact

Mikrokredite ermöglichen Haushalten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen den Zugang zu klimafreundlichen Technologien – etwa effiziente Kochöfen, Wasserfilter oder Solarleuchten. Die Haushalte erhalten kleine Kredite, um die Technologien zu erwerben, und zahlen diese über einen definierten Zeitraum zurück. Die Produkte reduzieren CO₂-Emissionen erheblich und verringern den Druck auf die lokalen Wälder, da weniger Brennholz benötigt wird.

Projektbeispiel: Frauen treiben den Energiewandel voran, landesweit, Indien

Pflanzenkohle (Biochar)

Pflanzenkohle (Biochar)

Kategorie: CO₂-Bindung | Naturbasiert-technische Lösung

Pflanzenkohle entsteht durch die Verbrennung von Abfallbiomasse ohne Sauerstoff (Pyrolyse). Sie ist ein dauerhafter Kohlenstoffspeicher. Bei landwirtschaftlicher Verwendung verbessert Pflanzenkohle die Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität des Bodens, neutralisiert saure Böden und verhindert, dass Düngemittel ins Grundwasser gelangen. Pflanzenkohle ist eine der vielversprechendsten Climate-Tech-Innovationen an der Schnittstelle von Natur und Technologie

Projektbeispiel: Pflanzenkohle für gesunde Böden, landesweit, Ghana

Pflanzenkohle
Sauberes Trinkwasser
Sauberes-Trinkwasser

Sauberes Trinkwasser

Kategorie: CO₂-Reduktion | Energieeffizienz und Social Impact

Rund 2,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Viele Familien haben keine andere Möglichkeit, als Wasser mit einfachsten Mitteln auf offenem Feuer abzukochen. Dadurch entstehen CO₂-Emissionen, und je nach Region werden immer größere Flächen entwaldet. Indem Wasser chemisch (zum Beispiel mit Chlor) oder mechanisch (mit Wasserfiltern) aufbereitet wird oder Grundwasser aus Brunnen zugänglich gemacht wird, lassen sich diese CO₂-Emissionen einsparen.

Projektbeispiel: Wasserfilter für Haushalte und Institutionen, Westregion, Uganda

Solarenergie

Solarenergie

Kategorie: CO₂-Reduktion | Erneuerbare Energien

Solaranlagen wandeln Sonnenlicht in Strom (Photovoltaik) oder in Wärme (Solarthermie) um. Die erzeugte Energie wird dann meist in das nationale oder regionale Stromnetz eingespeist, wodurch der Anteil fossiler Energieträger am Strommix reduziert wird. Solarprojekte verhindern so neben CO₂-Emissionen auch die Freisetzung diverser Schadstoffe, die bei konventioneller Stromerzeugung entstehen.

Projektbeispiel: Photovoltaikanlage ermöglicht den Zugang zu Strom, Blitta, Togo

Solarenergie
Sumpfwaldrenaturierung
Sumpfwaldrenaturierung

Sumpfwaldrenaturierung

Kategorie: CO₂-Bindung | Naturschutz

Ein Sumpfwald ist ein Waldökosystem, dessen Böden dauerhaft oder periodisch unter Wasser stehen. Die nassen Böden binden große Mengen Kohlenstoff, tragen zur Kühlung des Mikroklimas bei und wirken wie natürliche Wasserspeicher in der Landschaft. Ziel von Renaturierungsmaßnahmen ist die ökologische Aufwertung degradierter Sumpfwälder und die Wiederherstellung naturnaher Vegetations- und Wasserverhältnisse. Dafür werden standortfremde Gehölze entfernt, Totholz gezielt belassen und heimische Baumarten wie Erle oder Weide gefördert.

Projektbeispiel: Mehr Arten- und Klimaschutz, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Waldschutz (REDD+)

Waldschutz (REDD+)

Kategorie: CO₂-Vermeidung | Naturbasierte Lösung

Wälder zählen zu den wichtigsten Kohlenstoff-Speichern des Planeten. Sie nehmen etwa ein Drittel der jährlich von menschlichen Aktivitäten verursachten Emissionen auf. Waldschutzprojekte stellen sicher, dass Wälder langfristig erhalten bleiben und dass der Schutz des Waldes einen höheren Wert erfährt als seine Abholzung. Projektbeteiligte schützen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung das Gebiet vor negativen Einflüssen. Dazu schaffen die Projekte alternative Einkommensquellen und Bildungsangebote.

Projektbeispiel: Regenwald schützen und Perspektiven schaffen, Lábrea, Brasilien

Waldschutz
Wasserkraft
Wasserkraft

Wasserkraft

Kategorie: CO₂-Reduktion | Erneuerbare Energien

Wasserkraftwerke nutzen die Energie des Wassers, um Strom zu erzeugen. Die Energie wird nutzbar gemacht, indem Wasser durch eine Turbine geleitet wird. Unter dem Druck des Wassers dreht sich die Turbine und gibt Energie an einen Generator weiter, der Bewegungsenergie in Strom umwandelt. Dieses Prinzip gilt für alle Arten von Wasserkraftwerken: vom kleinen Laufwasserkraftwerk am Fluss bis hin zum Pumpspeicherkraftwerk an Seen. Die Energie wird in ein regionales Stromnetz eingespeist, wodurch die Energieversorgung diverser und die Energiesicherheit in Regionen verbessert wird.

Projektbeispiel: Wasserkraft, die Beständigkeit schafft, Virunga, D.R. Kongo

Windenergie

Windenergie

Kategorie: CO₂-Reduktion | Erneuerbare Energien

Windkraftanlagen wandeln die kinetische Energie des Windes mithilfe von Generatoren in elektrischen Strom um. In vielen Gebieten weltweit wird Energie hauptsächlich aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Windenergie kann einen Teil dieser emissionsintensiven Energie ersetzen. Die Projekte schaffen Arbeitsplätze in Installation, Wartung und Betrieb der Anlagen und bauen die lokale Infrastruktur aus.

Projektbeispiel: Windkraft ersetzt emissionsintensiven Strom, Tamil Nadu, Indien 

Windenergie

Climate Tech: Klimaschutz braucht Technologievielfalt

Die Klimakrise lässt sich nicht mit einer einzigen Technologie lösen. Was es braucht, ist ein Zusammenspiel: naturbasierte Lösungen, Energieeffizienz-Projekte und technische Verfahren zur CO₂-Bindung.  

Die SBTi gibt eine klare Richtung vor: Kurzfristig empfiehlt sie Projekte mit hoher Klimawirkung und sozialem Zusatznutzen – insbesondere in Regionen, die besonders stark vom Klimawandel betroffen sind. Ab 2035 liegt der Schwerpunkt stärker auf Projekten, die CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen.  

Für Unternehmen bedeutet das: Ein ausgewogenes Portfolio aus verschiedenen Climate-Tech-Kategorien maximiert die Wirkung, reduziert Risiken und schafft die Grundlage für eine glaubwürdige Klimaschutzstrategie.

 

Welches Klimaschutzprojekt passt zu Ihrem Unternehmen?

Sie möchten in Klimaschutzprojekte investieren, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Unser kurzes Projekt-Quiz hilft Ihnen, die passenden Projekte zu finden – basierend auf Ihren Prioritäten, bevorzugten Regionen und der gewünschten Wirkung. In nur drei Klicks erhalten Sie zwei individuelle Projektempfehlungen.

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