Was bedeutet Net Zero wirklich?

Was bedeutet Net Zero wirklich?

10. Dezember 2020

Net Zero Definition

Im Klimaschutz sprechen Unternehmen häufig von einem Net-Zero-Ziel. Aber was bedeutet Net Zero eigentlich? Net Zero (deutsch: Netto-Null) einfach erklärt beschreibt einen Zustand, in dem die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen im globalen Gleichgewicht mit den Emissionen stehen, die der Atmosphäre entzogen werden. Indem wir Netto-Null-Emissionen (englisch: net zero emissions) erreichen, bringen wir den globalen Kohlenstoffkreislauf wieder ins Gleichgewicht. Das ist wichtig und dringend, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen.

Net Zero vs. klimaneutral

Wenn Unternehmen durch die Finanzierung von Klimaschutzprojekten Emissionen einsparen, spricht man von Klimaneutralität. Auch bei der Klimaneutralität geht es also darum, ein Gleichgewicht zwischen ausgestoßenen Emissionen und vermiedenen Emissionen herzustellen. Aber was ist der Unterschied zwischen Net Zero und klimaneutral (englisch: carbon neutral oder climate neutral)? 

Einfach ausgedrückt bedeutet Klimaneutralität, dass ein CO2-Fußabdruck berechnet, idealerweise reduziert und ausgeglichen wurde. Das Ergebnis ist ein Gleichgewicht zwischen verursachten Emissionen auf der einen Seite und vermiedenen Emissionen auf der anderen Seite – also Neutralität. Um Klimaneutralität für das eigene Unternehmen oder Produkte beanspruchen zu können, wird die im Kampf gegen die Klimakrise dringend benötigte Reduktion von Emissionen derzeit jedoch meist nur empfohlen und nur von wenigen Normungsgremien vorgeschrieben. Die Finanzierung von Klimaschutzprojekten ist zwar notwendig, aber nicht ausreichend, um den Klimaschutz im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens voranzutreiben. Dafür müssen wir die globalen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 45 Prozent reduzieren und Net Zero bis 2050 erreichen. 

Warum Net Zero?

Nur eine deutliche Reduktion von CO2-Emissionen kann die Auswirkungen der Klimakrise begrenzen. Dabei kommt es auch auf Geschwindigkeit an: Bestimmte Auswirkungen auf das Klima sind unumkehrbar, wenn wir sogenannte Kipp-Punkte wie den Kollaps des Amazonas-Regenwalds überschreiten. Deshalb müssen wir Emissionen deutlich und schnell reduzieren. Gelingt uns das nicht, werden wir die Ziele des Pariser Abkommens bereits Anfang der 2030er Jahre verfehlen. 

CO2-Reduktionsziele

Unternehmen haben einen enormen Einfluss auf den Anstieg, aber auch die Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen. Die eigenen Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren, macht Net Zero für Unternehmen zu einem ambitionierten Ziel im Klimaschutz. Mit dem Setzen von wissenschaftsbasierten Zielen (science based targets, SBT) stellen Unternehmen sicher, dass diese Reduktionsziele auch dem entsprechen, was für die jeweilige Branche und Unternehmensgröße notwendig ist. 

Das gelingt mit dem Net-Zero-Standard der Science Based Targets Initiative (SBTi). Dabei setzen sich Unternehmen ein kurzfristiges Reduktionsziel und verpflichten sich, Scope-1-, -2- und -3-Emissionen um mehr als 90 Prozent bis 2050 zu reduzieren. Die restlichen Emissionen werden mit Maßnahmen neutralisiert, die der Atmosphäre CO2 entziehen. Das gelingt zum Beispiel mit Technologien wie Direct Air Capture (DAC). Zusätzlich empfiehlt der SBTi-Net-Zero-Standard die Finanzierung von Klimaschutzprojekten, um Emissionen zu vermeiden und so das eigene Engagement im Klimaschutz zu unterstreichen.

Klimaschutzprojekte: CO2-Vermeidung oder CO2-Abscheidung

Was ist der Unterschied zwischen CO2-Emissionen vermeiden und CO2-Emissionen neutralisieren? Klimaschutzprojekte zur CO2-Vermeidung wirken mit unterschiedlichen Technologien, von erneuerbaren Energien über Waldschutz bis hin zu Social-Impact-Projekten. Waldschutz beispielsweise vermeidet Emissionen, die bei einer Entwaldung entstehen würden. Saubere Kochöfen als Beispiel für Social-Impact-Projekte vermeiden Emissionen, die bei der Verbrennung von Holz entstehen. 

Die Neutralisierung von CO2-Emissionen oder die CO2-Abscheidung (englisch: carbon removal) gelingt sowohl mit natürlichen als auch mit technischen Lösungen. Ziel ist es, Emissionen aus der Atmosphäre zu entfernen und zu speichern, idealerweise auf unbestimmte Zeit. Das bekannteste Beispiel für natürliche Lösungen ist die Aufforstung von Wäldern. Aber auch technische Lösungen wie Direct Air Capture and Storage (DACS) sind auf dem Vormarsch.

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