Corporate Carbon Footprint (CCF): Definition und Berechnung der CO2-Bilanz Ihres Unternehmens
Ein Corporate Carbon Footprint (CCF) bildet alle direkten und indirekten Treibhausgasemissionen eines Unternehmens über alle Scopes und in einem definierten Zeitraum wie einem Kalender- oder Geschäftsjahr ab.
Ein Corporate Carbon Footprint umfasst drei Emissionskategorien:
- Scope 1: Direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen
- Scope 2: Indirekte Emissionen aus zugekaufter Energie
- Scope 3: Emissionen aus der Wertschöpfungskette, vor- und nachgelagert, soweit relevant
Der CCF ist das zentrale Instrument, um die Auswirkungen eines Unternehmens auf das Klima zu verstehen. Er bildet die Grundlage für strategische Entscheidungen zur Emissionsreduktion und wirksamen Klimaschutz.
Warum einen Corporate Carbon Footprint berechnen?
Gesetzliche Anforderungen, Investoren und Verbraucher:innen erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Emissionen zu kennen und zu steuern. Ein Corporate Carbon Footprint liefert die dafür notwendige Datenbasis.
Ein CCF bietet:
- Eine Ausgangsbasis für wissenschaftsbasierte Reduktionsziele (SBTi)
- Transparenz gegenüber Stakeholdern und Gesetzgeber
- Eine klare Identifikation von Emissions-Hotspots zur Priorisierung von Reduktionsmaßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
- Compliance-Unterstützung für die Berichterstattung, zum Beispiel nach CSRD/ESRS und GHG Protoco
Nur wer seine Emissionen kennt, kann sie auch gezielt reduzieren.
CO2-Bilanz berechnen: Fünf Schritte zum Corporate Carbon Footprint
Der am weitesten verbreitete Rahmen für die CCF-Berechnung ist der GHG Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard, entwickelt vom World Resources Institute (WRI) und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD). Weitere anerkannte Standards sind ISO 14064-1 sowie nationale und branchenspezifische Methoden.
Die Berechnung folgt fünf Schritten:
Schritt 1: Systemgrenzen festlegen
Zunächst bestimmen Sie, welche Teile des Unternehmens (organisatorische Grenzen) und welche Emissionsquellen (operative Grenzen) in die Berechnung einfließen. Dazu gehört auch die Entscheidung, ob der CO2-Fußabdruck das gesamte Unternehmen, einzelne Tochtergesellschaften oder bestimmte Standorte abdeckt und welche Kategorien aus Scope 1, 2 und 3 berechnet werden.
Schritt 2: Verbrauchsdaten erheben
Danach sammeln Sie Aktivitätsdaten im gesamten Unternehmen, etwa zu Energieverbrauch, Dienstreisen und Abfall. Primärdaten sind am genauesten; sekundäre oder ausgabenbasierte Daten können Lücken schließen, wo direkte Berechnungen nicht möglich sind.
Schritt 3: Emissionsfaktoren anwenden
Jede Aktivität wird einem Emissionsfaktor aus anerkannten Datenbanken zugeordnet. Der Emissionsfaktor gibt an, wie viel CO₂e pro Aktivitätseinheit freigesetzt wird. Dieser Schritt sowie die folgenden werden in der Regel von einem Carbon-Accounting-Partner oder einer spezialisierten Carbon-Accounting-Software wie ClimatePartner übernommen.
Schritt 4: Validieren und berechnen
Anschließend prüfen Sie die Daten auf Plausibilität und Konsistenz, besonders wenn Sie Daten aus mehreren Standorten oder Quellen zusammenführen. Die validierten Daten werden anschließend mit den jeweiligen Emissionsfaktoren multipliziert, um den Corporate Carbon Footprint zu ermitteln.
Schritt 5: Ergebnisse dokumentieren
Die Ergebnisse werden in einem Bericht für interne und externe Stakeholder zusammengefasst. Erforderliche Angaben umfassen:
- Organisatorische und operative Grenzen
- Den verwendeten Konsolidierungsansatz
- Gesamtemissionen aus Scope 1, 2 und 3
- Den Berichtszeitraum
- Angewandte Methoden
- Ausgeschlossenes mit Begründung

Was sind Scope 1, 2 und 3 beim Corporate Carbon Footprint?
Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen Quellen, Scope 2 indirekte Emissionen aus zugekaufter Energie und Scope 3 alle weiteren Emissionen entlang der Wertschöpfungskette. Das GHG Protocol unterteilt diese Emissionen wie folgt:
| Scope | Art | Beispiele |
| Scope 1 | Direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen | Firmenfahrzeuge, Brennstoffverbrennung vor Ort |
| Scope 2 | Indirekte Emisisonen aus zugekaufter Energie | Strom, Wärme, Kälte |
| Scope 3 | Alle weiteren indirekten Emissionen aus der Wertschöpfungskette | Eingekaufte Waren und Dienstleistungen, Pendeln der Mitarbeitenden, Logistik |
Welche Scopes sind gesetzlich verpflichtend?
Unternehmen müssen mindestens Scope-1- und Scope-2-Emissionen separat ausweisen und berichten. Scope 3 ist unter dem GHG Protocol optional, wird jedoch zunehmend durch Regulierungen (CSRD) und Zielsetzungsrahmen (SBTi) erwartet.
Laut Global Compact Network UK macht Scope 3 bei den meisten Unternehmen mehr als 70 Prozent der Gesamtemissionen aus.
| Rahmen | Scope 3 verpflichtend? | Frist |
| GHG Protocol Corporate Standard | Optional (empfohlen) | Keine Frist |
| EU CSRD / ESRS E1 | Verpflichtend | Ab 2025 (große Unternehmen) |
| SBTi Corporate Standard | Verpflichtend, wenn Scope 3 > 40 % der Gesamtemissionen | Bei Zieleinreichung |
| California SB 253 | US-Unternehmen mit > 1 Mrd. USD Umsatz | Scope 3 ab 2027 |
Vom Corporate Carbon Footprint zur Netto-Null: So geht es weiter
Die Berechnung des Corporate Carbon Footprint ist der erste Schritt. Von dort aus können Unternehmen:
- Emissionen reduzieren, ausgerichtet an Science-based Targets
- Zertifizierte Klimaschutzprojekte finanzieren
- Klimaschutz transparent gegenüber Kund:innen und dem Gesetzgeber kommunizieren
Dabei begleiten wir Sie: Seit 2006 vertrauen mehr als 6.000 Unternehmen in Europa und den USA auf ClimatePartner. Ob SBTi, EmpCo-konforme Labels oder Gold-Standard-Projekte: Wir verbinden Expertise und Beratung mit einer KI-gestützten Plattform und einem kuratierten Portfolio an Klimaschutzprojekten.